Hitzewelle
Schweizer Wissenschaftler warnt vor sehr starkem Eisverlust der Gletscher

Die Hitzwelle setzt nach Angaben Schweizer Experten den Gletschern zu. Die Schmelze hat demnach deutlich früher begonnen.

    Ein kleiner Schmelzsee am Ende eines Gletschers
    Schmelzwasser eines Gletschers in den Alpen (imago / Westend61 / Fotofeeling)
    Dem Forscher Matthias Huss vom Gletschermessdienst Glamos zufolge ist in den Alpen mit einem "sehr starken Eisverlust" in diesem Jahr zu rechnen. Voraussichtlich schon am 29. Juni seien die winterlichen Schneereserven der Gletscher in diesem Jahr aufgebraucht - danach verlieren sie beim Schmelzen an Masse.

    Enorme Abtragungs- und Schmelzraten

    Glamos-Leiter Huss führt die Entwicklung auf die aktuelle Hitzewelle, die Hitzewelle im Mai, aber auch auf den erneut schneearmen Winter zurück. "Wir beobachten enorme Abtragungs- und Schmelzraten von Eis und Schnee im gesamten Alpenraum", erklärte er. Die Schmelze habe etwa drei Monate früher eingesetzt, als es für die Gletscher "gesund" wäre.
    Eine einzige Hitzewelle sei für die Gletscher normalerweise noch kein großes Problem, jedoch sehr hohe Temperaturen, die sehr lange anhielten. Es sei also eine Kombination aus Intensität und Dauer.

    Lage besorgniserregend

    Schon vor der jährlichen Bestandsaufnahme im September rechnet Huss mit einem starken Eisverlust - und auch mit Blick auf die kommenden Jahre sei die Lage besorgniserregend. "Wenn sich die Erwärmung wie in den vergangenen Jahrzehnten fortsetzt, werden bis 2100 nur noch kleine Eisreste übrig sein", mahnt der Experte.
    Diese Nachricht wurde am 27.06.2026 im Programm Deutschlandfunk gesendet.