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UNO-Ermittlungskommission
Schwere Kriegsverbrechen in Libyen - Opfer sind vor allem Migrantinnen und Migranten

Ermittlungen der Vereinten Nationen zufolge verüben Streitkräfte und Milizen in Libyen Kriegsverbrechen und Verbrechen gegen die Menschlichkeit.

27.03.2023
    Ein kleiner Junge sitzt auf dem Boden eines mit Teppichen notdürftig verhangenen Zeltes in einem Lager in Benghazi in Libyen.
    Der UNO-Menschenrechtsrat beklagt in Libyen zahlreiche Kriegsverbrechen und Verbrechen gegen die Menschlichkeit. (AFP / ABDULLAH DOMA)
    In einem Abschlussbericht für den UNO-Menschenrechtsrat dokumentieren die Ermittler einer Sonderkommission zahlreiche Fälle von willkürlicher Verhaftung, Mord, Vergewaltigung, Versklavung, außergerichtlicher Tötung und gewaltsamem Verschwindenlassen. Fast alle befragten Überlebenden hätten aus Angst vor Repressalien und aus mangelndem Vertrauen in das libysche Justizsystem davon abgesehen, Anzeige zu erstatten.
    Vor allem Migrantinnen und Migranten seien Opfer der Straftaten. Es gebe überwältigende Beweise dafür, dass sie systematisch gefoltert und sexuell versklavt worden seien. Die Ermittlungskommission forderte, der weitverbreiteten Straflosigkeit in Libyen ein Ende zu setzen. Das ölreiche Land in Nordafrika liegt auf einer der Hauptrouten von Migranten, die nach Europa wollen.
    Diese Nachricht wurde am 27.03.2023 im Programm Deutschlandfunk gesendet.