Samstag, 02. Juli 2022

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Schwerpunktthema: Abschaffung der Sonderschulen

Vor knapp drei Jahren hat Deutschland die UN-Konvention über die Rechte von Menschen mit Behinderung unterzeichnet. Das zentrale Anliegen: Behinderte Kinder sollen Anspruch darauf haben, eine Regelschule zu besuchen

Moderation: Manfred Götzke | 17.12.2011

Während das in den meisten Bundesländern noch Utopie ist, preschen Bremen, Schleswig-Holstein und auch Hamburg beim Thema gemeinsames Lernen vor. Sie wollen die Sonderschulen, an denen noch immer die meisten behinderten Kinder unterrichtet werden, komplett abschaffen. Und die Sonderpädagogen einfach auf alle anderen Schulen verteilen. Doch viele Eltern behinderter Kinder sind damit nicht einverstanden. Sie sagen: Mein Kind kann nur an einer Förderschule gefördert werden. Die Sorge ist nicht unbegründet. Viele Regelschulen, die schon jetzt gemeinsamen Unterricht anbieten (müssen), sind damit völlig überfordert, Lehrer sind dafür nicht ausgebildet, Schulen nicht entsprechend ausgerüstet. Erziehungswissenschaftler klagen, das Gleiche sei nicht für alle gleich gut.

PISAplus fragt: Wie kann Inklusion gelingen? Schreibt die UN tatsächlich die Abschaffung aller Förderschulen vor? Wie müssen Lehrer fortgebildet und Schulen ausgestattet werden, damit gemeinsames Lernen behinderter und nicht behinderter Schüler funktioniert? Und: Was können wir von den Inklusions-Vorreitern aus Skandinavien lernen?

Gesprächsgäste sind:

• Ute Erdsiek-Rave, Vorsitzende des Expertenkreises "Inklusive Bildung" der Deutschen UNESCO-Kommission und ehemalige Kultusministerin Schleswig-Holsteins

• Rainer Winkel, Erziehungswissenschaftler an der Universität Bonn

• Hans-Martin Flesch, Elternrat der Hamburger Schule "Tegelweg" für körperliche und motorische Entwicklung

Vorgesehene Beiträge:

Solveig Bader: So kann es gehen
Die Essener Alfred-Krupp-Schule ist eines der wenigen Gymnasien in NRW, das Kinder mit einer Lernbehinderung aufgenommen hat.

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