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StartseitePISAplusWas tun gegen "historischen Analphabetismus"?05.04.2014

SchwerpunktthemaWas tun gegen "historischen Analphabetismus"?

Wie guter Geschichtsunterricht gelingen kann

Geschichte und Gedenken - historische Filme, Bücher und Sonderausstellungen sind im Gedenkjahr 2014 omnipräsent. Der Deutschlandfunk widmet sich an diesem Samstag in einem internationalen Symposium dem Ersten Weltkrieg und den Folgen. Doch werden in der Schule die notwendigen Grundlagen vermittelt, um all dies zu verstehen und einzuordnen? Wohl nicht immer.

Moderation: Manfred Götzke

Zu sehen ist der Soldatenfriedhof im belgischen Ypern mit vielen Reihen von Grabsteinen und einem laublosen Baum im Abendlicht.
Auf dem Soldatenfriedhof im belgischen Ypern ruhen Gefallene des Ersten Weltkriegs

Eine Studie der Freien Universität Berlin kam 2012 zu dem Ergebnis, dass ein Großteil der Zehntklässler nicht zwischen Demokratie und Diktatur unterscheiden kann. Nur 50 Prozent der Schüler ordneten den NS-Staat als Diktatur ein - umgekehrt bezeichnet nur die Hälfte die alte BRD als Demokratie. Würde man nach dem Wissen über den Ersten Weltkrieg fragen, wäre die Bilanz vermutlich noch ernüchternder. Was also läuft falsch im Geschichtsunterricht? Historiker kritisieren, dass ihr Fach in den vergangenen Jahren marginalisiert oder seiner Eigenständigkeit beraubt wurde. Zwar betonen Bildungsminister stets die Bedeutung des Geschichtsunterrichts: Für Sylvia Löhrmann, Präsidentin der Kultusministerkonferenz, ist guter Geschichtsunterricht aktive Demokratiearbeit - vor allem, wenn Lehrer außerschulische Lernorte wie Gedenkstätten und Museen in den Unterricht integrierten. Doch dafür fehlt im Unterrichtsalltag oft Zeit und Geld.

PISAplus fragt: Warum bleibt Geschichtsunterricht so oft wirkungslos? Welche Rahmenbedingungen braucht guter Geschichtsunterricht? Kann Geschichte tatsächlich in Mischfächern unterrichtet werde? Und: Wie können außerschulische Lernorte sinnvoll in den Unterricht integriert werden?

Gesprächsgäste waren:

  •  Peter Droste, Geschichtslehrer am Aachener Couven-Gymnasium und Vorsitzender des Geschichtslehrerverbandes NRW (Studio Köln)
  •  Alfons Kenkmann, Professor für Geschichtsdidaktik an der Universität Leipzig (Studio Münster)
  •  Klaus Schroeder, Zeithistoriker an der FU Berlin und Autor der Studie "Später Sieg der Diktaturen" (aufgezeichnetes Telefoninterview)

Beiträge:

Andrea Groß

Die Gräber sind nicht anonym

Schüler aus Deutschland, Großbritannien und Holland recherchieren, welche Schicksale hinter den Soldatengräbern bei der Jugendbegegnungsstätte Ysselsteyn stecken. 

Grit Thümmel

Was läuft falsch im Geschichtsunterricht?

Umfrage unter den Historikern auf dem Deutschlandfunk-Symposium "1914 - 2014. Ein europäisches Jahrhundert"

Eine Sendung mit Hörerbeteiligung über Telefon 00800-4464 4464 oder Mail an pisaplus@deutschlandfunk.de

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