Dienstag, 31. Januar 2023

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Science Fiction
Hellsichtige Zukunftsvisonen

Verhaftet, weil man in Zukunft einen Mord begehen wird: Um eine Technik, die künftige Mörder aussortiert, ging es im Film "Minority Report". Gar nicht selten wird im SciFi-Kino die Zukunft antizipiert. Nadine Goedehardt von der Stiftung Wissenschaft und Politik hält manche der technologischen Fiktionen für durchaus zukunftsweisend.

Nadine Godehardt im Gespräch mit Christoph Reimann | 01.12.2016

    Überwachungskameras an einer Hauswand des Schleswig-Holsteinischen Landtags in Kiel.
    Videoüberwachung - ein häufiges Zukunftsmotiv in SciFi-Filmen (picture alliance / dpa / Markus Scholz)
    Im Gespräch mit dem DLF sagte Nadine Godehardt, dass man im Film "Minority Report" viel lernen könne über den zukünftigen Begriff von Strafe und Verbrechensbekämpfung. Denn was in dem Film praktiziert werde - Bestrafen, ohne dass das Verbrechen überhaupt ausgeführt worden ist -, stelle unseren heutigen Begriff von Strafe infrage. Im Vorfeld des Filmes seien viele Experten befragt worden, erklärte Godehardt. Man habe Berichte geschrieben und versucht, Technologien der Zukunft zu erforschen.
    Videoüberwachung CCTV längst in der Realität angekommen
    Der Film habe "bis heute eine gewisse Aktualität", so Godehardt. Das betrifft nicht die geschilderte Bestrafungsmethode. Aber zum Beispiel "die Videoüberwachung CCTV, die in vielen Ländern, unter anderem in China flächendeckend in vielen Großsstädten eingeführt worden ist. Und dann ist der Schritt hin zur Überwachung bis zur Identifikation der Person über diese Videotechnik nicht mehr sehr weit."
    Das zeige, dass solche Filme "durchaus Ideen und technologische Visionen umsetzen können, die zum Zeitpunkt des Drehs noch nicht aktuell gewesen sind".
    "Un/Sichtbare Überwachung" ist das Thema einer Podiumsdiskussion heute Abend in der deutschen Kinemathek in Berlin, wo es genau um solche Zukunftsdystopien geht. Eine der Diskutantinnen ist Dr. Nadine Godehardt.
    Das vollständige Interview können Sie sich an dieser Stelle für mindestens sechs Monate als Audio-On-Demand anhören.