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StartseiteNachrichten vertieftFalscher Wechsel bei Twitter19.11.2014

Sebastian VettelFalscher Wechsel bei Twitter

Dass Formel-1-Weltmeister Sebastian Vettel bald zu Ferrari wechselt, gilt als ausgemachte Sache - nur der Vollzug wird noch erwartet. Manch einen übermannte nun die Ungeduld, viele Medien fielen auf die Meldung eines gefälschten Twitter-Account von Ferrari herein.

Sebastian Vettel (am 7. November in Sao Paulo) - viele Medien warten auf die Bestätigung seines Wechsels zu Ferrari (afp / Nelson Almeida)
Sebastian Vettel (am 7. November in Sao Paulo) - viele Medien warten auf die Bestätigung seines Wechsels zu Ferrari (afp / Nelson Almeida)

"(Eil) Vettel wechselt zu Formel-1-Team Ferrari", hieß es um 13.57 Uhr in einer Meldung der Deutschen Presse-Agentur. Viele deutschsprachige Medien greifen auf die Informationen der dpa zurück, und so fand sich auch diese Meldung schnell auf vielen Internetseiten wieder. Das Blöde: Sie ist (noch) falsch.

Ein Twitter-Account verbreitete die Nachricht im Namen des italienischen Rennstalls auf Spanisch: "Wir freuen uns, Sebastian Vettel in der Ferrari-Familie willkommen zu heißen."

Gefälschter Account - ein "L" für ein "I" vorgemacht

Das Problem: Der Account ist gefälscht. Ein User nahm die Bilder des offiziellen Ferrari-Kanals "@InsideFerrari", baute ihn eins zu eins nach und nannte ihn "@InsideFerrarl". Nur der letzte Buchstabe des Namens war also ausgetauscht. Die dpa und viele der Medien, die ihre Meldungen nutzen, ließen sich das "L" für ein "I" vormachen und verbreiteten die Nachricht.Original (l.) und Fälschung - der echte Ferrari-Kanal wurde eins zu eins nachgebaut (Screenshot Twitter / Nahar)Original (l.) und Fälschung - der echte Ferrari-Kanal wurde eins zu eins nachgebaut (Screenshot Twitter / Nahar)

Doch nicht nur der vertauschte letzte Buchstabe wäre ein Hinweis auf die Fälschung gewesen, auch der verifizierte Accounts kennzeichnende fehlende blaue Kreis mit dem weißen Haken fehlte. Diesen Haken nutzen vor allem Prominente und große Organisationen, um sich von möglichen Fälschungen abzugrenzen. Zudem wies der gefälschte Zugang mit 31 Followern nur 0,003 Prozent der Gefolgschaft des tatsächlichen Ferrari-Accounts auf - der hat 933.000.

Auch der Deutschlandfunk ist vor der Übernahme von Falschmeldungen nicht gefeit, oft sind wir auf das Material von Nachrichtenagenturen angewiesen. In diesem Fall fand die Meldung nicht den Weg in die Sendung, da die dpa diese um 14.20 Uhr zurücknahm: "(Eil) (Achtung) Bitte verwenden Sie dpa 2262 nicht. Bei dem Twitter-Account handelt es sich um einen Fake."

Ferrari heizt selbst Gerüchte an

Ferrari dementierte inzwischen den Wechsel. "Ferrari hat nichts mitzuteilen. Das sind Gerüchte in Medien, die wir nicht bestätigen können", sagte eine Ferrari-Sprecherin auf Anfrage des Sport-Informations-Dienstes. 

"Der Wechsel von Vettel zu Ferrari gilt als beschlossene Sache", schreibt die dpa in ihrer Korrektur - und hat damit Recht. Anfang Oktober hatte Vettel die Trennung von Red Bull zum Saisonende bestätigt, seitdem gilt die Bestätigung seines Wechsels zu Ferrari als eine Frage der Zeit. Darüber berichtete auch der Deutschlandfunk.

Und auf dem echte Ferrari-Account war kurz vor der Falschmeldung angekündigt worden, dass eine Meldung kommen könnte: "Wechsel liegen in der Luft." Das tun sie nun vorerst weiterhin.

(nch/stfr)

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