Stade
Angriff in Jugendhilfeeinrichtung: Bundesweites Entsetzen nach Tat mit sechs Toten

Der Schusswaffenangriff mit sechs Toten in einer Jugendhilfeeinrichtung im niedersächsischen Stade hat nach Einschätzung der Polizei einen familiären Hintergrund. Am Tatort kamen fünf Erwachsene ums Leben. Mehrere Menschen wurden zudem teilweise schwer verletzt. Ein weiteres Opfer erlag im Krankenhaus seinen Verletzungen.

    Einsatzkräfte zur Krisenintervention stehen auf einer Straße in Stade.
    Es gab Schüsse in einer Jugendeinrichtung mit mehreren Toten in Stade. (Katrin Luxenburger / dpa / Katrin Luxenburger)
    Bei einer Pressekonferenz sprachen die Ermittler am Abend von vier weiblichen und zwei männlichen Todesopfern. Bei den Getöteten handele es sich um Mitarbeiter der Jugendhilfeeinrichtung sowie des Jugendamts.
    Der mutmaßliche Schütze wurde festgenommen. Nach Angaben der Lüneburger Polizeipräsidentin, Schuol, handelt es sich um einen 45-jährigen Mann. Als mutmaßliches Motiv nannte Schuol einen Konflikt um das Sorgerecht für ein drei Monate altes Kind. Dieses und die Mutter seien nicht verletzt worden.

    Steinmeier: "Tief erschüttert über das Ausmaß der Gewalt in einem Raum, der Schutz geben soll"

    Der Schusswaffenangriff in Stade hat bundesweit für Entsetzen gesorgt. Bundeskanzler Merz schrieb im Online-Dienst X, die Nachricht aus Stade erschüttere ihn bis ins Mark. Sein Mitgefühl gelte den Opfern und ihren Angehörigen. Zudem dankte er der Polizei für ihren schnellen Einsatz. Auch Bundespräsident Steinmeier drückte seine Anteilnahme aus. In Berlin sagte Steinmeier, er sei tief erschüttert über das Ausmaß der Gewalt in einem Raum, der Schutz bieten soll. Der niedersächsische Ministerpräsident Lies erklärte in Hannover, die Tat mache die gesamte Landesregierung tief betroffen. Zugleich bat er darum, keine voreiligen Schlüsse zu ziehen und den Ermittlungen den nötigen Raum zu geben. Nun sei die Zeit für Trauer, Anteilnahme und sachliche Ermittlungsarbeit, nicht für Spekulationen und Verunsicherung.
    Diese Nachricht wurde am 29.06.2026 im Programm Deutschlandfunk gesendet.