SegelnAmerica's Cup vor dem Start

In der Nacht zum Mittwoch beginnt der 36. America's Cup im Segeln im Golf von Hauraki, östlich der neuseeländischen Metropole Auckland. Es geht um die prestigeträchtigste Trophäe im Segeln – in einem mehrtägigen Duell zwischen dem neuseeländischen Emirates Team und dem italienischen Herausforderer Luna Rossa.

Von Piet Kreuzer | 09.03.2021

Das Boot vom Team Luna Rossa
Das Boot vom Team Luna Rossa (www.imago-images.de)
In etwa fünf Stunden fliegen die Boote auf ihren Foils über das Wasser, bis zu 90 km/h werden die Einrumpfboote schnell. Nach der Ära der Katamarane wird dieses Jahr beim America's Cup wieder mit Einrumpfbooten gesegelt. Speedsegeln, das ist die Domäne von Titelverteidiger Team Emirates New Zealand und seinem Skipper Peter Burling. Noch beim Christmas Cup im vergangenen Dezember haben die Kiwis die Konkurrenz dominiert - auch den Finalgegner Luna Rossa Prada Pirelli. Die Italiener haben sich jedoch beim Prada-Cup, bei dem der Herausforderer ermittelt wird von Rund zu Runde gesteigert.
Neuseelands Skipper Peter Burling hat Respekt. "Luna Rossa ist ein gutes Allround-Boot. Unter den Herausforderern waren sie die Stärksten. Gegen American Magic und Ineos war ihre Leistung unglaublich", sagt Burling.

Offene Kurse, um Zuschauer-Ansammlungen zu vermeiden

Die Neuseeländer gelten als das schnellere Boot. Sie profitieren auch von der Kurssetzung: Nach der Aufhebung des Lockdowns wird jetzt auf den relativ offenen Kursen gesegelt, um große Zuschauer-Ansammlungen an Land zu vermeiden. Da auf diesen Kursen normalerweise nur geringe Windschwankungen zu erwarten sind, dürfte das dem schnelleren Team in die Karten spielen.
Die Italiener haben dagegen ihre Stärken bei Leichtwinden und sind überragende Starter. Und gewinnt Luna Rossa den Start, ist es auf den kurzen Strecken auch für ein schnelleres Boot schwierig zu passieren. Ein anderer Pluspunkt für die Europäer: Als Steuermann ist Jimmy Spithill an Bord. Der Australier, Pitbull genannt, stand drei Mal im America's Cup Finale. 2010 und 2013 siegte Spithill gegen die Neuseeländer.
Skipper Max Sirena sagt über Spithill: "Er ist einer der wenigen, die schon einmal das America's Cup Finale gesegelt haben. Er weiß, sehr genau, was das bedeutet, in Bezug auf Druck, Strategie und Stärke. Er ist ein Straßenkämpfer. Wir brauchen so jemand im Team, egal ob auf See oder an Land, um die anderen anzutreiben, Das brauchen wir, um die Besten zu werden."

Duell zweier alter Rivalen

Am frühen Morgen europäischer Zeit treffen die zwei alten Rivalen Peter Burling und Jimmy Spithill zum ersten Mal aufeinander. Pro Renntag wird zwei Mal gegeneinander gesegelt. Wer zuerst sieben Rennen gewonnen hat, erhält den "Audy Mug", auf deutsch "alter Becher" - die begehrteste Trophäe der Segelwelt.