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StartseiteForschung aktuellSelektive Kontrolle03.09.2004

Selektive Kontrolle

Beobachtung einiger Lymphknoten nach Brustkrebs reicht aus

<strong>Medizin. – In Freiburg im Breisgau tagt derzeit die Deutsche Gesellschaft für Senologie. Die Experten für die weibliche Brust beschäftigen sich insbesondere mit schonenden Eingriffsmöglichkeiten im Fall von Brustkrebs. Mithilfe der Wächterlymphknoten-Technik kann man etwa bei den meisten Patientinnen die Eingriffe in das Lymphsystem auf die Knoten in der Achselhöhle beschränken.</strong>

Nach der Brustkrebsoperation fahnden die Mediziner in den Wächterlymphknoten nach übrig gebliebenen Tumorzellen. (Universität Münster)
Nach der Brustkrebsoperation fahnden die Mediziner in den Wächterlymphknoten nach übrig gebliebenen Tumorzellen. (Universität Münster)

Das Lymphsystem filtert Erreger und sonstige schädlichen Zellen aus dem Körper, darunter auch Tumorzellen. Daher gehören sie zu den nächsten Zielen bei einer Brustkrebsbehandlung, nachdem der Tumor entfernt wurde. Professor Diethelm Wallwiener, Präsident der Deutschen Gesellschaft für Senologie: "Die Knoten müssen entfernt werden, da Brustkrebstumoren die unangenehme Eigenschaft haben, Tumorzellen in diese Lymphknoten zu verstreuen." Eine neue Operationstechnik macht es jetzt möglich, bei den meisten Patientinnen nur einen bestimmten Teil des Lymphatischen Systems zu entfernen. Die Operateure entfernen nur die so genannten Wächterlymphknoten, die auf Tumorzellen untersucht werden. Nur wenn sich in ihnen Tumorzellen finden, muss das Lymphsystem in größerem Maßstab angegangen werden.

Diese so genannten Wächterlymphknoten sind die erste Filterstation für die Lymphe aus der Brust, daher werden die Tumorzellen im Falle der Metastasierung zuerst dort auftauchen. Wallwiener: "Die Mehrzahl der Frauen vor allem mit kleineren Tumoren hat keine Tumorzellen in den Achsellymphknoten, von daher versucht man diese zu finden, damit sie nicht zu viele Knoten verlieren." Um die Lymphknoten möglichst genau zu identifizieren, wenden die Chirurgen radioaktive Markierstoffe an. In bestimmten Fällen, die genau bekannt sind, kann die Untersuchung allein dieser Knoten ausreichen, um der Patientin Sicherheit vor dem Neuausbruch der Krankheit zu geben. Wallwiener: "Man spricht von einer Sensitivität von über 90 Prozent, daraufhin hat auch die Deutsche Gesellschaft für Senologie beschlossen, dies unter bestimmten Bedingungen als Standardmethode anzusehen."

[Quelle: Arndt Reuning]

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