Ukraine
Selenskyj: Nach Mord an ukrainischem Ex-Parlamentspräsidenten Verdächtiger gefasst

Nach den tödlichen Schüssen auf den ehemaligen ukrainischen Parlamentspräsidenten Parubij ist nach Regierungsangaben ein Verdächtiger gefasst worden. Innenminister Klymenko und Sicherheitsbehörden-Chef Malijuk hätten über den Fahndungserfolg informiert, teilte Präsident Selenskyj in Online-Netzwerken mit.

    Ein Foto von Andrij Parubij. Hier spricht er im Jahr 2016 während einer Sitzung des ukrainischen Parlaments in Kiew.
    Der frühere ukrainische Parlamentspräsident Parubij ist in der westukrainischen Stadt Lwiw erschossen worden. (Roman Pilipey / dpa / Roman Pilipey)
    Nach Angaben der Generalstaatsanwaltschaft habe der Festgenommene bereits eine erste Aussage gemacht, sagte Selenskyj. Zum Inhalt der angeblichen Aussage machte der er keine Angaben. Die Ermittlungen zu dem Verbrechen liefen rund um die Uhr, alle Umstände des "abscheulichen Mordes" müssten aufgeklärt werden.

    Videos sollen Mord auf offener Straße zeigen

    Parubij war nach Behördenangaben am Samstag auf offener Straße getötet worden. Medienberichten zufolge wurde der aus der westlichen Region Lwiw stammende Abgeordnete von Schüssen getroffen, die der Kurier eines Lieferdienstes auf einem Elektrobike abgegeben haben soll. In nicht zu verifizierenden Videosequenzen, die ukrainische Nachrichtenportale veröffentlichten, sollen die Tat und der angebliche Schütze zu sehen sein - ohne dass er zu identifizieren wäre. Offizielle Angaben zur Identität des Täters und den mutmaßlichen Hintergründen gibt es bislang nicht.
    Der Mord an dem 54-Jährigen löste Entsetzen in der Ukraine aus. Parubij war von 2016 bis 2019 Parlamentspräsident und zuvor während der pro-westlichen Revolution auf dem Unabhängigkeitsplatz in Kiew auch als Kommandeur eines Zeltlagers und Anführer der Organisation "Selbstverteidigung Maidan" in Erscheinung getreten. 2014 - im Jahr der pro-westlichen Proteste - hatte er den Posten des Sekretärs des nationalen Rates für Sicherheit und Verteidigung der Ukraine inne.
    Diese Nachricht wurde am 01.09.2025 im Programm Deutschlandfunk gesendet.