Montag, 15. April 2024

Ukrainekrieg
Selenskyj und Erdogan regen Untersuchung des zerstörten Staudamms an

Der ukrainische Präsident Selenskyj will nach einer Rückeroberung des Gebiets um den zerstörten Kachowka-Staudamm eine Untersuchung einleiten.

07.06.2023
    Dieses vom ukrainischen Präsidialamt veröffentlichte Foto zeigt, wie Wasser durch den in Teilen zerstörten Kachowka-Staudamm fließt.
    Der zerstörte Kachowka-Staudamms in der Ukraine. (Uncredited/Ukrainian Presidential Office/AP/dpa)
    Dann werde die Ukraine internationale Experten einladen, um den Vorfall zu analysieren, sagte er im Interview mit mehreren Medien der Axel Springer Gruppe. Selenskyj machte erneut Russland für die Zerstörung des Damms verantwortlich. Zuvor hatte der türkische Präsident Erdogan sich als Vermittler ins Gespräch gebracht und die Einrichtung einer internationalen Untersuchungskommission angeregt. Selensky erhob derweil schwere Vorwürfe gegen die UNO und das Rote Kreuz. Die Organisationen seien der Ukraine nach dem Staudammbruch bisher nicht zur Hilfe gekommen. Russland beharrt indes darauf, dass UNO-Hilfskräfte nur über von Moskau kontrolliertes Gebiet in das Katastrophengebiet einreisen.
    Nach der Bundesregierung hat inzwischen auch der französische Präsident Macron der Ukraine direkte Hilfen zugesagt. Ein erster Konvoi werde rasch auf den Weg gebracht, teilte der Élyséepalast in Paris mit. In den überfluteten Gebieten am ukrainischen Fluss Dnipro befinden sich weiterhin zehntausende Menschen, sowohl in den von Russland besetzten als auch in den von der Ukraine gehaltenen Gebieten. Die Trinkwasserversorgung gestaltet sich schwierig, zudem treiben fortgespülte Minen in den Fluten.
    Diese Nachricht wurde am 07.06.2023 im Programm Deutschlandfunk gesendet.