Ökosysteme
Seltenes Naturereignis bringt Sauerstoff auf Grund des Gardasees

Der Gardasee im Norden Italiens ist zum ersten Mal seit 20 Jahren wieder vollständig durchmischt worden. Dabei gelangte sauerstoffreiches Oberflächenwasser bis an den Grund des Sees in 270 Metern Tiefe, während nährstoffreiches Tiefenwasser nach oben stieg.

    Ein Mann steht auf einem Steg am Gardasee.
    Der Gardasee ist mit einer Fläche von rund 370 Quadratkilometern der größte See Italiens (Archivbild). (imago/Westend 61)
    Grund für das Naturphänomen war kräftiger Nordwind, der Anfang April über dem Trentino wehte. In einem Meter Tiefe wurde morgens am Monats-Ersten eine Temperatur von 9,5 Grad gemessen. Fast die gleiche Temperatur war laut Berichten am 24. Februar in 270 Metern Tiefe ermittelt worden. Der Sauerstoffgehalt stieg dort um etwa ein Drittel. Aufgezeichnet hatte die Daten eine Sonde der regionalen Umweltschutzbehörde, die in der Gemeinde Riva del Garda steht.

    Nährstoffe und Spurenelemente

    Die Durchmischung gilt als zentral für das Ökosystem des Sees. An dessen Grund sammeln sich abgelagerte Nährstoffe und Spurenelemente, die so wieder in den Kreislauf zurückgeführt werden. Dass es seltener zu einer Durchmischung kommt, ist nach Einschätzung von Wissenschaftlern eine Folge des Klimawandels.
    Dagegen konnte am Bodensee das achte Jahr in Folge keine Durchmischung festgestellt werden. Wie Umweltexperten bereits Anfang April festgestellt hatten, gelangte dort kein Sauerstoff an den Grund des Gewässers.
    Der bei Urlaubern beliebte Lago di Garda ist der größte See Italiens. Er liegt am Fuße der Alpen und ist mit einer Fläche von rund 370 Quadratkilometern noch um einiges größer als die Stadt München.
    Diese Nachricht wurde am 04.05.2026 im Programm Deutschlandfunk gesendet.