EURO 2024
Serbien verlangt Strafen gegen Kroatien und Albanien wegen mutmaßlich feindseliger Gesänge

Nach mutmaßlich feindseligen Gesängen kroatischer und albanischer Fans bei der EM hat Serbien Beschwerde bei der UEFA eingelegt. Das Land drohte gar mit dem Rückzug vom Turnier.

22.06.2024
    Albanische Fans beim EM-Vorrunden-Spiel gegen Albanien und Kroatien am 19.6. in Hamburg.
    Albanische Fans beim EM-Vorrunden-Spiel gegen Albanien und Kroatien am 19.6. in Hamburg. (picture alliance / ipa-agency / Nderim Kaceli / IPA Sport / ipa-ag)
    Serbien forderte Sanktionen gegen Kroatien und Albanien. Deren Fans hatten während des Spiels offenbar serbienfeindliche Gesänge angestimmt. Der Generalsekretär des serbischen Verbandes, Surbatovic, führte aus, dass sein eigener Verband "für einzelne Fälle bestraft" worden sei. Er sagte: "Wir werden von der UEFA verlangen, die Verbände beider Auswahlen zu bestrafen. Wir wollen uns daran nicht beteiligen, aber wenn die UEFA sie nicht bestraft, werden wir uns überlegen, wie wir weiter vorgehen werden."
    Zuvor hatte die UEFA den serbischen und den albanischen Verband wegen "provokativer Botschaften" der Fans mit Geldstrafen von jeweils 10.000 Euro belegt. Der serbische Verband wurde darüber hinaus zu weiteren 4.500 Euro Strafe verurteilt, weil beim Spiel gegen die englische Nationalmannschaft am Sonntag in Gelsenkirchen Gegenstände von den Rängen geworfen worden waren.
    Albaniens Fußballverband muss zusätzlich insgesamt 27.375 Euro für verschiedene weitere Vergehen der Fans rund um das mit 1:2 verlorene Auftaktspiel in Dortmund gegen Italien zahlen. Dazu gehörten nach Angaben der UEFA das Zünden von Feuerwerkskörpern, das Werfen von Gegenständen sowie das Eindringen auf den Platz.

    Rassismusvorwürfe gegen serbischen Fan

    Englische Medien hatten zudem berichtet, dass es beim Gruppenspiel der "Three Lions" in Gelsenkirchen gegen Serbien am Sonntag Affenlaute in Richtung englischer Spieler gegeben haben soll. Ein Fan sei beim 1:0 der Engländer in Gelsenkirchen jedoch nicht verhaftet oder des Stadions verwiesen worden, obwohl Ordner und Polizei anwesend waren. Die UEFA hatte mitgeteilt, dass es eine Untersuchung wegen eines angeblich diskriminierenden Verhaltens gebe. Dieser Wortlaut fand sich aber nicht in der Mitteilung über die Strafen.
    Diese Nachricht wurde am 20.06.2024 im Programm Deutschlandfunk gesendet.