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Sergio Mendes & Brasil 66
„Stillness"

„Mas Que Nada”, „The Look Of Love”, „Scarborough Fair” - Neuinterpretationen dieser und anderer Erfolgssongs in jazzigem Latin-Groove machten den Brasilianer Sérgio Mendes weltberühmt. Kaum bekannt ist dagegen sein stilistisch wohl ambitioniertestes Album „Stillness” von 1970. Es klingt noch heute frisch.

Am Mikrofon: Harald Rehmann | 17.07.2020
    Auf einer Schwarzweißfotografie ist ein lachender Mann mit Vollbart, weißem Hut und weißem Schal zu sehen. Er hält den Oberkörper im Profil und blickt in die Kamera.
    Greift auf "Stillness" mit Stücken von Joni Mitchell und Stephen Stills auch Songs der Hippie-Ära auf: Sergio Mendes (imago stock&people)
    Mit dieser letzten Produktion seiner erfolgreichen Gruppe Brasil ‘ 66 ging der Pianist Sérgio Mendes zwar nicht völlig neue Wege, denn das bekannte Klangbild mit zwei Vokalistinnen und der typischen Mischung aus Bossa, Samba, Jazz und elegantem US-Pop kommt auch hier zur Geltung. Aber es gibt auf „Stillness” auch entspannten Funk, originär brasilianische Songkultur, lyrisch-introvertierte Balladen und - ganz ungewohnt - Sologesang. Der Sound wurde zudem beeinflusst von Umbesetzungen sowohl der Instrumental- als auch der Vokalsektion noch während der Studioaufnahmen. Kein Wunder, dass „Stillness” seinerzeit nicht so gut ankam wie seine populären Vorgängeralben. Erst viel später fand dieses besondere Werk die Anerkennung, die es verdient.