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StartseiteCampus & KarriereSick-Building-Syndrom18.07.2001

Sick-Building-Syndrom

Jenaer Wissenschaftler und die Angst vor der Klimaanlage

Macht ihr Büro Sie schwach? Fühlen Sie sich schon elend, wenn Sie das Foyer ihres Arbeitsgebäudes betreten? Zu diesen Fragen gaben Arbeitnehmer aus der Mainmetropole Frankfurt Antworten. Manche können die immer geschlossenen Fenster nicht ertragen und verspüren in der Pause den Drang "das Licht zusehen". Andere sehnen sich nach einer Klimaanlage. Über gerötete Augen wird öfter mal geklagt.

Wie für alle neue Arbeitsformen, Erscheinungen und Krankheiten gibt es für das Unwohlsein im Büro auch einen englischen Namen: Sick-Building-Syndrom. Das Bürogebäude macht krank. Dr. Volker Herzog von der Arbeitsgruppe Klimatologie an der Universität Jena hat mehrere ausgewählte natürlich belüftete und klimatisierte Bürogebäude untersucht: "Bei 19 Millionen Büroarbeitsplätzen gehen verlässliche Zahlen davon aus, dass etwa 20 Prozent der dort arbeitenden Menschen über solche unspezifische Symptome wie des Sick-Builings-Sydroms klagen." Hierbei handelt es sich vor allem um Kopfschmerzen, vorzeitige Ermüdung, Konzentrationsschwäche, Irritation, Trockenheitsempfindungen oder Entzündungen der Schleimhäute, der Atemwege und der Augen.

Die bislang größte Studie in Deutschland, die vom Bundesforschungsministerium gefördert wird, umfasst 14 Bürogebäude und viereinhalb Tausend Befragungen. Ein Fragebogen, unter anderen von Ergonomen und Psychologen erarbeitet, hielt neben den Befindlichkeiten auch Quereinflüsse, wie beispielweise Lebenseinstellung und Zufriedenheit, fest. Die Bedingungen am Arbeitsplatz bekommen zunehmend Bedeutung für dieses Syndrom: "Personen mit monotoner Arbeit und mit erhöhter Stressbelastung gaben doppelt so hoch Symptome an, wie die, die mit ihrem Job zufrieden war," resümiert Herzog die psychosoziale Komponente der Befragung.

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Informationen zum Projekt ProKlimA

Artikel zum Thema in der Süddeutschen Zeitung vom 10. Juli 2001

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