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Sie rollen und rollen und rollen ...

Kurz nach Mitternacht erhebt sich Mars über den Osthorizont. Der rötlich leuchtende Planet steht in den Zwillingen. Etwas links oberhalb von Mars stehen Kastor und Pollux, die Hauptsterne der Zwillinge.

Von Dirk Lorenzen |
    Derzeit kreisen drei funktionstüchtige Sonden um Mars und über die Oberfläche rollen noch immer die beiden Rover Spirit und Opportunity, zu Deutsch Geist und Gelegenheit. Die Fahrzeuge von den Ausmaßen einer Gefriertruhe sind im Januar 2004 gelandet. Zur Verblüffung der Ingenieure funktionieren sie immer noch.

    Geplant war eine Missionsdauer von drei bis sechs Monaten. Spätestens der erste Winter hätte den Rovern den Garaus machen sollen, weil dann die Batterien einfrieren würden. Doch die robusten Fahrzeuge trotzen Kälte und Staubstürmen.

    Man sei mittlerweile am 2000. Tag einer 90-Tage-Mission, strahlte kürzlich einer der beteiligten Wissenschaftler. Die Rover fahren gezielt Steine oder Krater an, machen Bilder und untersuchen die chemische und mineralogische Zusammensetzung des Bodens.

    Bei der NASA hält sich die Freude über die Dauerbrenner in Grenzen. Denn der Betrieb kostet fast 20 Millionen Dollar im Jahr – Geld, das man nie eingeplant hatte. Vor einiger Zeit wollte das NASA-Management 8 Millionen Dollar streichen. Doch das Marsteam erklärte öffentlich, dann müsse man einen der Rover stilllegen.

    Ein Proteststurm fegte über die NASA. Dort fühlte man sich missverstanden und finanziert unverdrossen Spirit und Opportunity. Aber insgeheim hoffen viele, dass der Geist erlahmt und die Gelegenheit vorüberzieht.

    NASA-Website der Mars Exploration Rover

    Aktueller Status der Marsmissionen

    Bildergalerie der Marsrover