Bundesanwaltschaft
Sieben mutmaßliche Hamas-Mitglieder wegen Anschlagsplänen angeklagt

Die Bundesanwaltschaft hat Anklage gegen sieben mutmaßliche Mitglieder der Terrororganisation Hamas erhoben. Sie sollen Waffen für Anschläge in Deutschland und Österreich beschafft haben.

    Am Dienstgebäude des Generalbundesanwalts in Karlsruhe hängt das Amtsschild mit Bundesadler.
    Der Dienstsitz des Generalbundesanwalts beim Bundesgerichtshof in Karlsruhe (picture alliance / imageBROKER / Arnulf Hettrich)
    Nach Angaben der Ermittler verfolgte die Gruppe bereits konkrete Pläne für Anschläge auf israelische oder jüdische Ziele. Die Bundesanwaltschaft geht davon aus, dass die Tat Anfang Oktober 2025 und damit in unmittelbarer zeitlicher Nähe zum zweiten Jahrestag des Hamas-Überfalls auf Israel ausgeführt werden sollte.
    Die Verdächtigen waren in den vergangenen Monaten im In- und Ausland festgenommen worden, unter anderem in Dänemark und Zypern. Ihnen werden außerdem die Mitgliedschaft in einer terroristischen Vereinigung sowie Verstöße gegen das Waffen- und Kriegswaffenkontrollgesetz zur Last gelegt.

    Waffendepots in Europa

    Bereits vor längerer Zeit habe der militärische Flügel der Hamas begonnen, Waffendepots in Europa anzulegen, teilte die Bundesanwaltschaft mit. Den Erkenntnissen nach sollen hochrangige Hamas-Funktionäre die Beschuldigten beauftragt haben, Waffen und Munition in Deutschland zu beschaffen.
    Es ist nicht das erste Verfahren der Bundesanwaltschaft gegen mutmaßliche Hamas-Mitglieder. Ende März hatte das Kammergericht Berlin vier Männer zu Haftstrafen von viereinhalb bis sechs Jahren verurteilt. Sie waren als Auslandsoperateure für Waffendepots in mehreren europäischen Staaten zuständig, die nach Überzeugung des Gerichts für Anschläge genutzt werden sollten.
    Diese Nachricht wurde am 11.09.2026 im Programm Deutschlandfunk gesendet.