Dorothee Schuchardt hat in Freiburg Slawistik studiert. Ein richtiges Orchideenfach also. Und weil bei Orchideenfächern das Angebot an Veranstaltungen naturgemäß eher klein ist, kam für sie die Möglichkeit, parallel auch Seminare in Basel zu besuchen, gerade recht:
" Gerade wenn man West-Slawistik macht, also Tschechisch oder Polnisch, dann gibt’s eigentlich nur alle zwei Semester die Möglichkeit, ein Pro- oder ein Hauptseminar zu machen. Und für mich war das halt die Möglichkeit, sehr schnell meine Scheine auch durchzuziehen."
Mindestens ein Semester konnte Dorothee Schuchardt einsparen – dank EUCOR. EUCOR, die Europäische Konföderation der Universitäten am Oberrhein, gibt es schon seit 17 Jahren. Doch erst jetzt kommt das Dreiländer-Projekt, das in Europa einzigartig ist, so richtig in Schwung. Auf deutscher Seite gehören Karlsruhe und Freiburg dazu, außerdem Basel, Mulhouse und die drei Straßburger Universitäten. Ziel des Uni-Netzwerks: Studierenden und Lehrenden ein problemloses Pendeln zwischen den Bildungsstätten zu ermöglichen. Mit Formalitäten sieht man es da nicht allzu eng, zumindest in Basel nicht:
" Ich hab das eigentlich angefangen, ohne mich vorher anzumelden, und hab dann quasi erst währenddessen über Studenten in Basel erfahren, dass man das eigentlich anmelden muss und dann Fahrtkosten zurückkriegt und so weiter. Und das hat dann sehr, sehr gut geklappt, ich hab dann meine Tickets gesammelt und eingereicht, hab das zurückbekommen. Auch mit der Anerkennung von dem Schein gab’s kein Problem. "
Schätzungsweise 500 Studierende nutzen EUCOR jedes Semester. Um Seminare und Bibliotheken an den Partner-Unis nutzen zu können, reicht der Studentenausweis der Heimat-Uni. Den größten Austausch gibt es zwischen Basel und Freiburg – was kein Wunder ist, denn die Sprache ist dieselbe und die Verkehrsverbindungen sind exzellent. Gerade mal 45 Minuten sind es mit der Bahn. Deutlich schwieriger ist da schon der Weg nach Straßburg. Nicht nur wegen der schlechten Zugverbindungen, natürlich auch wegen der Sprache und der unterschiedlichen Studienkultur. Für den Philosophiestudenten Nils Adolph war schon die Suche nach dem richtigen Vorlesungsverzeichnis ein kleines Abenteuer.
" Im Internet gibt’s da nichts zu finden, und ich hab’s dann mit E-Mail probiert an die Professoren – die schreiben ungern zurück. Dann habe ich mir am ersten Semestertag einfach gesagt: Da fährst du jetzt und probierst das aus. Und dann stand ich dort und hab nach mehreren Nachfragen dann auch rausgekriegt, welches Sekretariat, welchen Flur – es war kafkaesk – bis ich das gefunden hatte, um dann ein kleines Vorlesungsverzeichnis zu kriegen. "
Für mehr Orientierung soll nun eine gemeinsame Plattform im Internet sorgen. Über das Portal "Eucor Virtuale" sollen Studierende künftig nicht nur alle Vorlesungsverzeichnisse abfragen können, sondern auch herausfinden, welche Lehrveranstaltungen an den Partner-Unis mit ihrem Studium kompatibel sind. Jens Langer vom International Office der Uni Freiburg:
" Was man auf jeden Fall mit diesem Projekt erreichen möchte, ist zum einen, dass man dort Veranstaltungen einstellt, die an allen Universitäten gleich angerechnet werden. Das heißt, die Studierenden müssen sich im Vorfeld nicht informieren, ob es Probleme mit der Anrechnung gibt, oder nicht, sondern sie können davon ausgehen, wenn sie diese Veranstaltung an einer Partner-Universität belegen, wird sie auch an der Heimatuniversität problemlos anerkannt."
Schon seit Jahren wird im Rahmen von EUCOR auch grenzübergreifend gemeinsam geforscht. Und ganz im Sinne der Bologna-Deklaration sind dabei schon die ersten trinationalen Masterstudiengänge entstanden. Zum Beispiel in der Biotechnologie oder in dem neuen Fach Mechatronik. Auch die Altertumswissenschaften im Dreiländereck basteln gerade am gemeinsamen Master. Eine der ersten Teilnehmerinnen ist die Luxemburgerin Isabelle Mossong. Sie ist für dieses Sommersemester von Straßburg nach Freiburg herüber gekommen. Obwohl es den Master in Freiburg noch nicht gibt, kann sie hier Scheine sammeln – dank EUCOR:
"Ich finde, dass das eine sehr gute Erfahrung ist, auch einfach mal zu sehen, wie die auf der anderen Seite des Rheins so arbeiten. Also, ich glaube auch schon, dass mir das für später was bringen wird, wenn ich dann die deutsche Arbeitsmethode und die französische kann, dann nehme ich mir von den beiden einfach das beste."
" Gerade wenn man West-Slawistik macht, also Tschechisch oder Polnisch, dann gibt’s eigentlich nur alle zwei Semester die Möglichkeit, ein Pro- oder ein Hauptseminar zu machen. Und für mich war das halt die Möglichkeit, sehr schnell meine Scheine auch durchzuziehen."
Mindestens ein Semester konnte Dorothee Schuchardt einsparen – dank EUCOR. EUCOR, die Europäische Konföderation der Universitäten am Oberrhein, gibt es schon seit 17 Jahren. Doch erst jetzt kommt das Dreiländer-Projekt, das in Europa einzigartig ist, so richtig in Schwung. Auf deutscher Seite gehören Karlsruhe und Freiburg dazu, außerdem Basel, Mulhouse und die drei Straßburger Universitäten. Ziel des Uni-Netzwerks: Studierenden und Lehrenden ein problemloses Pendeln zwischen den Bildungsstätten zu ermöglichen. Mit Formalitäten sieht man es da nicht allzu eng, zumindest in Basel nicht:
" Ich hab das eigentlich angefangen, ohne mich vorher anzumelden, und hab dann quasi erst währenddessen über Studenten in Basel erfahren, dass man das eigentlich anmelden muss und dann Fahrtkosten zurückkriegt und so weiter. Und das hat dann sehr, sehr gut geklappt, ich hab dann meine Tickets gesammelt und eingereicht, hab das zurückbekommen. Auch mit der Anerkennung von dem Schein gab’s kein Problem. "
Schätzungsweise 500 Studierende nutzen EUCOR jedes Semester. Um Seminare und Bibliotheken an den Partner-Unis nutzen zu können, reicht der Studentenausweis der Heimat-Uni. Den größten Austausch gibt es zwischen Basel und Freiburg – was kein Wunder ist, denn die Sprache ist dieselbe und die Verkehrsverbindungen sind exzellent. Gerade mal 45 Minuten sind es mit der Bahn. Deutlich schwieriger ist da schon der Weg nach Straßburg. Nicht nur wegen der schlechten Zugverbindungen, natürlich auch wegen der Sprache und der unterschiedlichen Studienkultur. Für den Philosophiestudenten Nils Adolph war schon die Suche nach dem richtigen Vorlesungsverzeichnis ein kleines Abenteuer.
" Im Internet gibt’s da nichts zu finden, und ich hab’s dann mit E-Mail probiert an die Professoren – die schreiben ungern zurück. Dann habe ich mir am ersten Semestertag einfach gesagt: Da fährst du jetzt und probierst das aus. Und dann stand ich dort und hab nach mehreren Nachfragen dann auch rausgekriegt, welches Sekretariat, welchen Flur – es war kafkaesk – bis ich das gefunden hatte, um dann ein kleines Vorlesungsverzeichnis zu kriegen. "
Für mehr Orientierung soll nun eine gemeinsame Plattform im Internet sorgen. Über das Portal "Eucor Virtuale" sollen Studierende künftig nicht nur alle Vorlesungsverzeichnisse abfragen können, sondern auch herausfinden, welche Lehrveranstaltungen an den Partner-Unis mit ihrem Studium kompatibel sind. Jens Langer vom International Office der Uni Freiburg:
" Was man auf jeden Fall mit diesem Projekt erreichen möchte, ist zum einen, dass man dort Veranstaltungen einstellt, die an allen Universitäten gleich angerechnet werden. Das heißt, die Studierenden müssen sich im Vorfeld nicht informieren, ob es Probleme mit der Anrechnung gibt, oder nicht, sondern sie können davon ausgehen, wenn sie diese Veranstaltung an einer Partner-Universität belegen, wird sie auch an der Heimatuniversität problemlos anerkannt."
Schon seit Jahren wird im Rahmen von EUCOR auch grenzübergreifend gemeinsam geforscht. Und ganz im Sinne der Bologna-Deklaration sind dabei schon die ersten trinationalen Masterstudiengänge entstanden. Zum Beispiel in der Biotechnologie oder in dem neuen Fach Mechatronik. Auch die Altertumswissenschaften im Dreiländereck basteln gerade am gemeinsamen Master. Eine der ersten Teilnehmerinnen ist die Luxemburgerin Isabelle Mossong. Sie ist für dieses Sommersemester von Straßburg nach Freiburg herüber gekommen. Obwohl es den Master in Freiburg noch nicht gibt, kann sie hier Scheine sammeln – dank EUCOR:
"Ich finde, dass das eine sehr gute Erfahrung ist, auch einfach mal zu sehen, wie die auf der anderen Seite des Rheins so arbeiten. Also, ich glaube auch schon, dass mir das für später was bringen wird, wenn ich dann die deutsche Arbeitsmethode und die französische kann, dann nehme ich mir von den beiden einfach das beste."