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Präsidentschaftswahl im Iran
Sieger Peseschkian wirbt um Vertrauen der Bevölkerung

Nach seinem Sieg bei der iranischen Präsidentenwahl hat der reformorientierte Kandidat Peseschkian einen versöhnlichen Politikkurs angekündigt.

    Das Foto zeigt Massud Peseschkian. Er hält sich eine Hand vor die Brust.
    Präsidentschaftswahl im Iran. (picture alliance / Anadolu / Fatemeh Bahrami)
    In einer ersten Ansprache sagte er, man werde allen die Hand zur Freundschaft reichen, auch Konkurrenten seien Brüder. Die Bevölkerung bat er um Unterstützung. Vor dem Land liege ein schwerer Weg, betonte der 69-Jährige.
    Peseschkian hatte die Stichwahl nach Angaben des Innenministeriums mit mehr als 16 Millionen Stimmen gewonnen, das waren rund 53 Prozent. Sein Konkurrent, der ultrakonservative Bewerber Dschalili, erhielt über 13 Millionen Stimmen. Erste Glückwünsche an den designierten Präsidenten kamen aus Russland, Saudi-Arabien und Kuwait.
    Die Wahlbeteiligung lag den Angaben zufolge bei knapp 50 Prozent. Kandidaten, die einen radikalen Wandel der schiitischen Theokratie forderten, sowie Frauen waren nicht zur Wahl zugelassen. Es gab zahlreiche Boykott-Aufrufe, unter anderem von der inhaftierten Friedensnobelpreisträgerin Mohammadi. Der vorherige Präsident Raisi war im Mai bei einem Hubschrauberabsturz ums Leben gekommen.
    Diese Nachricht wurde am 06.07.2024 im Programm Deutschlandfunk gesendet.