Kate Maleike: Chefredakteur von "BusinessSpotlight" ist Ian McMaster. Hallo, Herr McMaster!
Ian McMaster: Guten Tag.
Maleike: Warum ist denn für viele die Telefonsituation so schwierig?
McMaster: Ich glaube, es gibt zwei Gründe. Der erste Grund ist, man sieht den Partner, wie die Frau gesagt hat bei Ihrer Umfrage, man kann mit Mimik und auf Mimik nicht reagieren. Und das ist für viele ein Problem. Das zweite Problem bei Telefonaten ist, sie kommen oft unerwartet. Das Telefon klingelt, plötzlich ist jemand dran, und der oder die spricht englisch, und viele Leute geraten dann in Panik.
Maleike: Wie kann man das denn dann für sich gut deichseln?
McMaster: Was kann man machen? Man kann sich selber zum Beispiel, wenn man selber anrufen muss, gut vorbereiten - welche Floskeln brauche ich, wie werde ich anfangen, wie werde ich mich selber vorstellen. Dann vielleicht gehe ich ein bisschen entspannter in diesen Anruf. Wenn ich wirklich ein Problem habe, wenn jemand mich anruft und ich habe es nicht erwartet und ich bin leicht panisch vielleicht in dieser Situation, ein Tipp, den kann ich geben, ist, man kann eventuell sagen, ich sag's auf Englisch: Sorry, I'm in a meeting, can I ring you back in 5 minutes?
Maleike: Guter Trick. Also, ich bin gerade in einem Meeting, kann ich Sie in 5 Minuten zurückrufen? Würden Sie denn auch empfehlen, dass man sich diese Floskeln ein bisschen aufschreibt und zum Beispiel, sagen wir mal, direkt in ein Kästchen neben das Telefon legt?
McMaster: Ich glaube, das ist sehr sinnvoll. Wenn man nicht so routiniert ist, da gibt es so Standardfloskeln, wie man sich vorstellt. "Good morning, this is Ian McMaster from Munich. I'd like to leave a message for ... ", also ich würde gerne eine Nachricht hinterlassen. "Sorry, I didn't catch that." I didn't catch that heißt, ich hab nicht ganz verstanden, was Sie gesagt haben. Also diese Floskeln, das sind vielleicht 20, 30, die immer wieder kommen, die würde ich schon aufschreiben und dann neben dem Telefon oder einfach auf den Tisch stellen. Das kann schon eine Hilfe sein. Oder vielleicht nur die Tatsache, dass die da sind, kann eine psychologische Hilfe sein, egal ob man draufschaut oder nicht.
Maleike: Wie wichtig ist es denn, mit offenen Karten zu spielen, wenn man vielleicht einen einfachen Satz nicht verstanden hat?
McMaster: Ich glaube, die Frage ist, was ist die Alternative. Das ist wie viele Situationen, die ich vielleicht etwas unangenehm ist, aber die können immer unangenehmer werden, wenn man nicht so was sagt. Deshalb würde ich sagen, Ihr Englisch ist wahrscheinlich viel besser als das Deutsch von Ihrem Gesprächspartner. Das heißt, Sie sind eigentlich schon besser. Sie fühlen sich vielleicht nicht immer ganz fit in Englisch, aber Sie haben schon einen sprachlichen Vorteil. Das heißt, Sie sollen ruhig sagen, wenn Sie irgendwas nicht verstehen. Seien Sie ganz selbstbewusst mit den Kenntnissen, die Sie haben. Und ich würde auch sagen, was interessant war von diesen Kommentaren, es ist nicht so wichtig, dass man 100 Prozentig korrekt spricht. Das ist nicht schlimm. Was wichtig ist, dass ihr Gesprächspartner versteht, worum es geht, und nicht, dass es grammatikalisch perfekt ist.
Maleike: Sie haben für Ihre Befragungen über 1.000 Arbeitnehmer in kleinen und großen Unternehmen hier in Deutschland zu den Englischkenntnissen befragt. Was haben Sie denn sonst noch rausgefunden im Hinblick auf die Stolpersteine?
McMaster: Ein großes Thema ist dieser Bereich Smalltalk und Socialising. Viele haben eben kein Problem mit den Fachbegriffen, das war auch eine Antwort, die Sie bekommen haben, aber haben eben Probleme, diese Situationen - Smalltalk. Ich würde sagen, Deutsche sind sehr gut im Smalltalk, nur ist es vielleicht den Deutschen, in der deutschen Geschäftswelt nicht so üblich, das einzusetzen. Und ein Trick, würde ich sagen, zum Beispiel wieder beim Telefonat: Fangen Sie gar nicht an am Anfang mit zu viel Smalltalk. Bieten Sie den geschäftlichen Kontakt, aber schauen Sie auf die Gelegenheit, mitten in einem Gespräch vielleicht eine kleine Ausweichung zu machen, bisschen Smalltalk, dann wieder zurück zum Business. Also nicht gleich am Anfang denken, Sie müssen zehn Minuten Smalltalk und erst dann kommen Sie zur Sache.
Maleike: Gibt es da Tabuthemen, um die man auf jeden Fall schiffen sollte?
McMaster: Eher als von Tabuthemen würde ich gerne von Sensibilität sprechen. Ich meine, man kann plump sagen, rede nie über Politik, Geld oder Sex.
Maleike: Und Religion?
McMaster: Und Religion. Und damit hat man vier von den interessantesten Themen im Leben schon ausgegrenzt. Also das wird ein langweiliges Gespräch. Das war nicht ganz ernst gemeint, aber ich sage, statt diese Sachen ganz auszugrenzen, ich würde sagen, sei ein bisschen sensibel, schau auf den Gesprächspartner, versuch ein Gefühl zu kriegen von dem Geschäftspartner oder -partnerin - was ist das für eine Person, ist das jemand, der sehr steif, sehr förmlich ist? Es ist ein bisschen wie ein Tanz. Sie müssen versuchen, vielleicht da ein bisschen den Schritte zu folgen.
Maleike: Was Deutschen oft schwerfällt bei der Geschäftssprache Englisch, das wissen wir jetzt, haben wir analysiert. Was bringt Sie denn umgekehrt in Deutsch zum Schwitzen?
McMaster: Solche Interviews wie diese.
Maleike: Aber ich finde, das haben Sie sehr gut gemeistert.
McMaster: Aber ich werde bestimmt in diesem Interview einige grammatikalischen Fehler machen, aber ich muss mich selber überwinden und sage, das ist nicht so wichtig. Ich muss versuchen, einfach weiterzureden, damit ich kommuniziere, auch mit Ihnen, und dass die Botschaft rüberkommt.
Maleike: Und verstanden haben wir Sie. Danke schön. Ian McMaster, Experte für Business-Englisch. Englischkenntnisse im Beruf sind also bei vielen Arbeitnehmern in deutschen Unternehmen vorhanden, das ist bei der Befragung des Fachmagazins "BusinessSpotlight" rausgekommen, nur bei Telefonaten oder im Smalltalk, da wird's oft etwas eng.
Ian McMaster: Guten Tag.
Maleike: Warum ist denn für viele die Telefonsituation so schwierig?
McMaster: Ich glaube, es gibt zwei Gründe. Der erste Grund ist, man sieht den Partner, wie die Frau gesagt hat bei Ihrer Umfrage, man kann mit Mimik und auf Mimik nicht reagieren. Und das ist für viele ein Problem. Das zweite Problem bei Telefonaten ist, sie kommen oft unerwartet. Das Telefon klingelt, plötzlich ist jemand dran, und der oder die spricht englisch, und viele Leute geraten dann in Panik.
Maleike: Wie kann man das denn dann für sich gut deichseln?
McMaster: Was kann man machen? Man kann sich selber zum Beispiel, wenn man selber anrufen muss, gut vorbereiten - welche Floskeln brauche ich, wie werde ich anfangen, wie werde ich mich selber vorstellen. Dann vielleicht gehe ich ein bisschen entspannter in diesen Anruf. Wenn ich wirklich ein Problem habe, wenn jemand mich anruft und ich habe es nicht erwartet und ich bin leicht panisch vielleicht in dieser Situation, ein Tipp, den kann ich geben, ist, man kann eventuell sagen, ich sag's auf Englisch: Sorry, I'm in a meeting, can I ring you back in 5 minutes?
Maleike: Guter Trick. Also, ich bin gerade in einem Meeting, kann ich Sie in 5 Minuten zurückrufen? Würden Sie denn auch empfehlen, dass man sich diese Floskeln ein bisschen aufschreibt und zum Beispiel, sagen wir mal, direkt in ein Kästchen neben das Telefon legt?
McMaster: Ich glaube, das ist sehr sinnvoll. Wenn man nicht so routiniert ist, da gibt es so Standardfloskeln, wie man sich vorstellt. "Good morning, this is Ian McMaster from Munich. I'd like to leave a message for ... ", also ich würde gerne eine Nachricht hinterlassen. "Sorry, I didn't catch that." I didn't catch that heißt, ich hab nicht ganz verstanden, was Sie gesagt haben. Also diese Floskeln, das sind vielleicht 20, 30, die immer wieder kommen, die würde ich schon aufschreiben und dann neben dem Telefon oder einfach auf den Tisch stellen. Das kann schon eine Hilfe sein. Oder vielleicht nur die Tatsache, dass die da sind, kann eine psychologische Hilfe sein, egal ob man draufschaut oder nicht.
Maleike: Wie wichtig ist es denn, mit offenen Karten zu spielen, wenn man vielleicht einen einfachen Satz nicht verstanden hat?
McMaster: Ich glaube, die Frage ist, was ist die Alternative. Das ist wie viele Situationen, die ich vielleicht etwas unangenehm ist, aber die können immer unangenehmer werden, wenn man nicht so was sagt. Deshalb würde ich sagen, Ihr Englisch ist wahrscheinlich viel besser als das Deutsch von Ihrem Gesprächspartner. Das heißt, Sie sind eigentlich schon besser. Sie fühlen sich vielleicht nicht immer ganz fit in Englisch, aber Sie haben schon einen sprachlichen Vorteil. Das heißt, Sie sollen ruhig sagen, wenn Sie irgendwas nicht verstehen. Seien Sie ganz selbstbewusst mit den Kenntnissen, die Sie haben. Und ich würde auch sagen, was interessant war von diesen Kommentaren, es ist nicht so wichtig, dass man 100 Prozentig korrekt spricht. Das ist nicht schlimm. Was wichtig ist, dass ihr Gesprächspartner versteht, worum es geht, und nicht, dass es grammatikalisch perfekt ist.
Maleike: Sie haben für Ihre Befragungen über 1.000 Arbeitnehmer in kleinen und großen Unternehmen hier in Deutschland zu den Englischkenntnissen befragt. Was haben Sie denn sonst noch rausgefunden im Hinblick auf die Stolpersteine?
McMaster: Ein großes Thema ist dieser Bereich Smalltalk und Socialising. Viele haben eben kein Problem mit den Fachbegriffen, das war auch eine Antwort, die Sie bekommen haben, aber haben eben Probleme, diese Situationen - Smalltalk. Ich würde sagen, Deutsche sind sehr gut im Smalltalk, nur ist es vielleicht den Deutschen, in der deutschen Geschäftswelt nicht so üblich, das einzusetzen. Und ein Trick, würde ich sagen, zum Beispiel wieder beim Telefonat: Fangen Sie gar nicht an am Anfang mit zu viel Smalltalk. Bieten Sie den geschäftlichen Kontakt, aber schauen Sie auf die Gelegenheit, mitten in einem Gespräch vielleicht eine kleine Ausweichung zu machen, bisschen Smalltalk, dann wieder zurück zum Business. Also nicht gleich am Anfang denken, Sie müssen zehn Minuten Smalltalk und erst dann kommen Sie zur Sache.
Maleike: Gibt es da Tabuthemen, um die man auf jeden Fall schiffen sollte?
McMaster: Eher als von Tabuthemen würde ich gerne von Sensibilität sprechen. Ich meine, man kann plump sagen, rede nie über Politik, Geld oder Sex.
Maleike: Und Religion?
McMaster: Und Religion. Und damit hat man vier von den interessantesten Themen im Leben schon ausgegrenzt. Also das wird ein langweiliges Gespräch. Das war nicht ganz ernst gemeint, aber ich sage, statt diese Sachen ganz auszugrenzen, ich würde sagen, sei ein bisschen sensibel, schau auf den Gesprächspartner, versuch ein Gefühl zu kriegen von dem Geschäftspartner oder -partnerin - was ist das für eine Person, ist das jemand, der sehr steif, sehr förmlich ist? Es ist ein bisschen wie ein Tanz. Sie müssen versuchen, vielleicht da ein bisschen den Schritte zu folgen.
Maleike: Was Deutschen oft schwerfällt bei der Geschäftssprache Englisch, das wissen wir jetzt, haben wir analysiert. Was bringt Sie denn umgekehrt in Deutsch zum Schwitzen?
McMaster: Solche Interviews wie diese.
Maleike: Aber ich finde, das haben Sie sehr gut gemeistert.
McMaster: Aber ich werde bestimmt in diesem Interview einige grammatikalischen Fehler machen, aber ich muss mich selber überwinden und sage, das ist nicht so wichtig. Ich muss versuchen, einfach weiterzureden, damit ich kommuniziere, auch mit Ihnen, und dass die Botschaft rüberkommt.
Maleike: Und verstanden haben wir Sie. Danke schön. Ian McMaster, Experte für Business-Englisch. Englischkenntnisse im Beruf sind also bei vielen Arbeitnehmern in deutschen Unternehmen vorhanden, das ist bei der Befragung des Fachmagazins "BusinessSpotlight" rausgekommen, nur bei Telefonaten oder im Smalltalk, da wird's oft etwas eng.