Giftige Raupen
So wird der Eichenprozessionsspinner in Deutschland bekämpft

Mit dem Frühling beginnt in vielen Teilen Deutschlands auch die Zeit des Eichenprozessionsspinners. Viele Kommunen und Forstbetriebe stemmen sich mit unterschiedlichen Mitteln gegen die Ausbreitung der gesundheitsschädlichen Raupen.

    Die Raupen der unscheinbaren Prozessionsspinner (Thaumetopoea pityocampa) gehen als Raupenschlange getarnt im Konvoi auf Nahrungssuche, ihre Brennhaare verursachen einen unangenehmen Juckreiz.
    Die Raupen der unscheinbaren Prozessionsspinner gehen als Raupenschlange getarnt im Konvoi auf Nahrungssuche (dpa/picture-alliance/Lars Halbauer)
    Während der Nachtfalter selbst harmlos ist, entwickeln seine Raupen etwa ab dem dritten Larvenstadium - meist ab Mitte Mai - feine Brennhaare, die das Nesselgift Thaumetopoein enthalten. Diese Haare brechen leicht ab, werden vom Wind verbreitet und können bei Menschen und Tieren starke allergische Reaktionen, Hautreizungen und Atembeschwerden auslösen.
    Nach einer Umfrage der Nachrichtenagentur dpa setzen etwa Frankfurt, Kaiserslautern, Darmstadt, Mainz und Wiesbaden biologische Giftmittel gegen die Larvenentwicklung ein, die von Hand oder per Hubschrauber ausgebracht werden. In Kassel und Fulda werden hingegen Fadenwürmer in einem Wasser-Alkohol-Gemisch an die Bäume ausgebracht, die dort die Larven absterben lassen. Trier und Kaiserslautern setzen auf Vögel wie Meisen sowie auf Fledermäuse, denen die Raupen als Futter dienen sollen. In allen betroffenen Gebieten werden zudem Nester des Eichenprozessionsspinners von Spezialfirmen abgesaugt.
    Während der Klimawandel die Ausbreitung des Eichenprozessionsspinners generell begünstigt, sind in Deutschland vor allem der Nordosten (Brandenburg, Berlin) sowie der zentrale Südwesten (Hessen, Rheinland-Pfalz) betroffen.
    Diese Nachricht wurde am 31.03.2026 im Programm Deutschlandfunk gesendet.