Instagram und TikTok
Social Media: Sicherer Raum für Minderjährige gefordert, Kinderärzte-Verband sieht "Elternversagen"

Nach einem Urteil gegen den Internetkonzern Meta wegen Kindesgefährdung haben Fachleute ihre Forderung bekräftigt, Minderjährige besser zu schützen. Karl-Heinz Zmugg vom Verein Innocence in Danger e.V. forderte im Deutschlandfunk, die Plattformen mehr in die Verantwortung zu nehmen.

    Ein Junge liegt mit seinem Smartphone auf einem Sofa. Er trägt Kopfhörer und blickt auf den Bildschirm seines Handys.
    Ein Jugendlicher mit seinem Smartphone (Archiv) (picture alliance / Hans Lucas / Mathieu Thomasset)
    Die Betreiber müssten einen sicheren Raum für Kinder und Jugendliche schaffen und sie vor Pädokriminellen schützen. Dafür brauche es etwa einen funktionierenden Jugendschutz und eine vernünftige Altersverifizierung.

    Verband von Kinder- und Jugendärzten sieht Versagen bei Eltern

    Zmugg erklärte , geforderte Verbote könnten umgangen werden. Kinder und Jugendliche wollten online präsent sein. Der Verein Innocence in Danger e.V. setzt sich für den Schutz von Minderjährigen im digitalen Raum ein.
    Der Berufsverband der Kinder- und Jugendärzte BVKJ sieht die Verantwortung bei den Erziehungsberechtigten. Es gebe ein massives Elternversagen, was Social Media und Bildschirmnutzung angehe, sagte Bundessprecher Maske der "Neuen Osnabrücker Zeitung". Eltern müssten Grenzen setzen und selbst Vorbilder sein.

    Urteil gegen Meta in New Mexico

    Am Freitag war Meta im US-Bundesstaat New Mexico zu einer Geldstrafe von einer halben Milliarde US-Dollar verurteilt worden. Auch muss der Internetkonzern die Instagram- und Facebook-Nutzung von Minderjährigen auf höchstens 90 Stunden pro Monat beschränken. Die Generalstaatsanwaltschaft hatte Meta vorgeworfen, Kinder nicht ausreichend vor sexueller Ausbeutung zu schützen. Meta will in Berufung gehen.

    Mehr Informationen

    Besserer Jugendschutz im Netz – Interview Karl-Heinz Zmugg, Innocence in danger
    Meta zu Millionenstrafe verurteilt – wegen Gefährdung von Kindern
    Ceuta-Andrang - EU fordert von Meta und Tiktok Vorgehen gegen Falschinformationen
    Diese Nachricht wurde am 08.08.2026 im Programm Deutschlandfunk gesendet.