Katholikentag in Würzburg
Söder kritisiert Vatikan für Umgang mit Missbrauchsskandal

Der bayerische Ministerpräsident Söder beklagt Versäumnisse in der katholischen Kirche bei der Aufarbeitung von Fällen sexualisierter Gewalt. Der Vatikan habe viel zu spät reagiert, als die ersten Vorwürfe bekanntgeworden seien, sagte der CSU-Politiker auf dem Katholikentag in Würzburg.

    Markus Söder (CSU), bayerischer Ministerpräsident, sitzt bei einem Gespräch auf dem Podium des Deutschen Katholikentags.
    CSU-Chef Söder hat auf dem Deutschen Katholikentag über seine Haltung zu Kirche und Glauben gesprochen. (picture alliance / dpa / Karl-Josef Hildenbrand)
    Es sei extrem schade und unglücklich, dass man das nicht stärker gemacht habe. Er spüre bei vielen Menschen, die sich von der Kirche distanziert hätten, dass dies aus jener Zeit herrühre, erklärte Söder.

    Stetter-Karp: In katholischer Kirche herrscht männliches Geschlecht

    Die Präsidentin des Zentralkomitees der deutschen Katholiken (ZdK), Stetter-Karp, warf der Kirche eine massive Diskriminierung von Frauen vor. In der katholischen Kirche herrsche das männliche Geschlecht über das weibliche, sagte Stetter-Karp auf dem Katholikentag. Daher stießen Reformen der Sexualmoral und die Zulassung von Frauen für Weiheämter auf so erbitterten Widerstand.
    Der Vorsitzende der Deutschen Bischofskonferenz, Wilmer, verwies auf Erfolge des Synodalen Weges und zeigte sich zuversichtlich, dass dieser Reformprozess letztlich vom Vatikan gebilligt werde.
    Vor dem Hintergrund anhaltender Spannungen mit dem Vatikan über Segnungen homosexueller Paare fand in Würzburg auch ein Queer-Gottesdienst statt. Dort bildete sich zeitweise eine Warteschlange.
    Der am Mittwoch begonnene Katholikentag geht am Sonntag zu Ende.
    Diese Nachricht wurde am 16.05.2026 im Programm Deutschlandfunk gesendet.