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Sommersonnenwende und Erdumfang

Heute Nachmittag um 15.24 Uhr begann auf der nördlichen Erdhalbkugel der Sommer. Die Sonne durchlief auf ihrer Himmelsbahn den nördlichsten Punkt – natürlich nur von der Erde aus gesehen. Obwohl wir gerade erst am Anfang des Sommers stehen, werden die Tage ab heute wieder kürzer.

Sven Carlsson | 21.06.2002

Vor ca. 2200 Jahren machte der griechische Astronom Eratosthenes zur Sommersonnenwende den ersten Versuch, den Umfang der Erde zu bestimmen. Schon damals sah er die Erde als eine Kugel. Er hatte gehört, dass die Sonne zur Sommersonnenwende direkt von oben in einen Brunnen in Syene scheint, dem heutigen Assuan in Ägypten. Die Stadt liegt auf 23 ½ Grad nördlicher Breite.

Die Erdachse ist auf ihrer Umlaufbahn um die Sonne um 23 ½ Grad geneigt. Eratosthenes folgerte: sie musste zur Sommersonnenwende für die Stadt Syene im Zenit stehen.

Doch in Alexandria, das einige hundert Kilometer nördlich von Syene liegt, stand die Sonne nicht direkt über der Stadt. Es gab eine Abweichung um 7 ½ Grad. Mit Hilfe dieses Winkels und dem Abstand der beiden Städte berechnete Eratosthenes den Umfang der Erde. Er kam auf einen Wert von 39 500 Kilometer.

Wenn Sie bedenken, dass Alexandria nicht direkt nördlich von Syene liegt und dass die Entfernung zwischen den beiden Städten nicht genau bekannt war, ist die Berechnung des Eratosthenes schon erstaunlich. Der exakte Umfang der Erde am Äquator beträgt 40 075 Kilometer. Die Abweichung des Eratosthenes betrug gerade mal anderthalb Prozent.