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StartseiteWirtschaft am MittagSonnenenergie fürs Ausland22.05.2012

Sonnenenergie fürs Ausland

Das Unternehmen SMA Solar plant seine Zukunft

Im ersten Quartal dieses Jahres konnte der Solartechnikkonzern SMA Solar aus Niestetal bei Kassel sowohl den Umsatz als auch den Gewinn deutlich steigern. Doch die Kürzung der Solarförderung zwingen auch den Marktführer zu neuen Konzepten.

Von Anke Petermann

Ohne Fördermittel werden viele Solarfirmen schließen müssen. (Stock.XCHNG / Steve Woods)
Ohne Fördermittel werden viele Solarfirmen schließen müssen. (Stock.XCHNG / Steve Woods)
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Ein Glanztag für die Solarindustrie. Die Sonne brennt, nicht nur über Kassel. Heute kann Solarenergie 15 Atomkraftwerke ersetzen. Und auf den ersten Blick sind auch über SMA Solar nur ein paar Schönwetterwolken aufgezogen. Das Unternehmen ist trotz wachsender Konkurrenz Weltmarktführer bei der Produktion von Wechselrichtern geblieben. Die Elektronikkästen wandeln den von Solarmodulen erzeugten Gleichstrom in netztauglichen Wechselstrom um. Die zentrale Bedeutung des Produkts stimmt Anleger zuversichtlich:

"Das ist das Kernprodukt, kann man so sagen – das ist auf jeden Fall zukunftsfähig."

Am Horizont allerdings Gewitterwolken: Das Kernprodukt ist wachsendem Konkurrenzdruck unter anderem asiatischer Produzenten ausgesetzt. Die Börse honoriert derzeit nicht, dass SMA als Technologieführer mit wachsender Auslandspräsenz der erfolgreichste Spieler weltweit bleibt. Aktienkurs und Dividende sinken. Der blendende Start ins neue Geschäftsjahr - das gibt Vorstandssprecher Pierre-Pascal Urbon zu - geht hauptsächlich auf Vorziehereffekte zurück, also vorgezogene Investitionen aufgrund der rückläufigen staatlichen Förderung von Solarenergie in Deutschland und europaweit. Dass sich das operative Ergebnis vor Zinsen und Steuern im ersten Quartal auf 43 Millionen Euro verdreifachte, beruhigt Anleger nicht:

"Ja, das erste, aber es gibt ja vier Quartale im Jahr. Eigentlich möchte ich gar nicht hören, was ich gesagt krieg’ – mit der schlechten Dividende … Hören wollte ich lieber, dass es eine größere Dividende gibt, oder das Gleiche wie voriges Jahr und guter Gewinn."
"Dass es eher verhalten weitergeht, also nicht so wie die letzten Jahre der Aufschwung, sondern halt eher Stagnation - das ist ja die allgemeine Marktentwicklung, Weltwirtschaftskrise vor allem, Finanzkrise, unsichere Lage durch die Politik, dass keine klaren Entscheidungen getroffen werden."

"Ja, die Firma wird sich schon entwickeln, bloß wollen wir mal sagen der Aktienkurs nicht."

Der liegt mit 26,5 Euro bei 75 Prozent vom Höchstkurs 2005, moniert ein Analyst. Frank Beier, Kleinanleger aus Nordhessen, stimmt mit dem Analysten in folgender Überlegung überein.

"Die abgesenkte Förderung wird dazu führen, dass man sich irgendwie umorientieren muss. Aber ich glaube, da gibt es wegen der Elektromobilität auch Möglichkeiten für ein Unternehmen wie SMA, ein zweites oder drittes Standbein aufzubauen."

Doch solchen Anregungen erteilt der SMA-Vorstand eine klare Absage. "Wir werden uns nicht mit dem Aufbau neuer Geschäfte verzetteln, mit denen wir keine Erfahrung haben", betonte Vorstandssprecher Pierre-Pascal Urbon. Solar steht im Namen von SMA – das bleibt Programm, mit hohen Forschungsinvestitionen allerdings und stetiger Internationalisierung. Marktführerschaft in Indien, Expansion auf dem japanischen Solarmarkt, das erste ausländische Produktionswerk in Denver, USA. Mehr als 60 Prozent des Umsatzes macht das Tec-Dax-Unternehmen aus Niestetal bei Kassel inzwischen im Ausland.


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