USA
South Carolina und Alabama: Neuordnung von Wahlkreisen in zwei Bundesstaaten gescheitert

US-Präsident Trump ist mit seinen Plänen gescheitert, in zwei Bundesstaaten die Wahlkreise zugunsten der Republikaner neu zuzuschneiden. Besonders die Niederlage in South Carolina dürfte den Präsidenten schmerzen.

    Das Foto zeigt das Kapitolgebäude in Columbia im US-Bundesstaat South Carolina.
    In South Carolina (hier das Parlamentsgebäude) ist der Neuzuschnitt von Wahlkreisen gescheitert. (picture alliance / Zoonar / Cheri Alguire - Images By Cheri)
    Dort hatten gleich mehrere republikanische Senatoren gemeinsam mit den Demokraten gegen die Neuordnung der Wahlkreise gestimmt und sich damit Trump widersetzt. Der US-Präsident hatte einen Wahlkreis auflösen wollen, den der schwarze demokratische Kongressabgeordnete Clyburn seit mehr als dreißig Jahren innehat. Zur Begründung sagten die republikanischen Senatoren, sie könnten eine Änderung der Karte nicht unterstützen, weil in South Carolina die Stimmabgabe für die Vorwahlen der Parteien vor den sogenannten Midterms im November bereits begonnen habe.

    Gericht stoppt Neuzuschnitt in Alabama

    In Alabama dagegen stoppte ein US-Bundesgericht den geplanten Neuzuschnitt von Wahlkreisen. In einem Eilentscheid hieß es, die von den Republikanern geplanten Änderungen würden dazu führen, dass die Stimmen von Afroamerikanern auf diskriminierende Weise weniger Gewicht erhielten. Konkret ging es um die Auflösung eines Wahlkreises mit hohem Anteil an schwarzer Bevölkerung. Republikaner in Alabama legten anschließend Berufung ein, sodass sich nun der Oberste Gerichtshof mit dem Fall befassen wird.

    Gefahr des "Gerrymandering"

    Derzeit gibt es in den USA eine ganze Reihe ähnlicher Verfahren. So ‌hat etwa Tennessee bereits eine neue Karte verabschiedet, die einen mehrheitlich von Schwarzen bewohnten, von Demokraten gehaltenen Wahlkreis mit Sitz in Memphis auflöst. Louisiana treibt einen Plan ​voran, einen von zwei Wahlkreisen mit beträchtlichem Anteil an schwarzer Bevölkerung in diesem Bundesstaat zu streichen.
    In den USA werden Wahlkreise in regelmäßigen Abständen neu zugeschnitten, was in der Praxis wiederholt zum sogenannten Gerrymandering genutzt wurde. Mit diesem Begriff wird eine Veränderung von Wahlkreis-Grenzen bezeichnet, bei der eine Partei besonders bevorzugt wird.

    Trump-Kandidat siegt in Texas

    Einen Erfolg konnte US-Präsident Trump allerdings in Texas verzeichnen. Der von ihm unterstützte Generalstaatsanwalt Paxton setzte sich im Rennen um die Senatskandidatur der Republikaner gegen den langjährigen Senator Cornyn durch. Dieser war bei Trump in Ungnade gefallen, weil er im Kongress zusammen mit den oppositionellen Demokraten für eine stärkere Waffenkontrolle gestimmt haben soll.
    Mit der Entscheidung in Texas setzt der US-Präsident seinen Plan weiter um, missliebige Kandidaten aus dem Rennen zu nehmen. Auch in Kentucky und Lousiana waren zuvor Kongressmitglieder in parteiinternen Vorwahlen ausgeschieden, die sich Trump widersetzt hatten.
    Im November stehen Zwischenwahlen zum Kongress an. Sie gelten als Stimmungstest für die Regierung von Präsident Trump.
    Diese Nachricht wurde am 27.05.2026 im Programm Deutschlandfunk gesendet.