
Die Finanzierungslücke für 2025 wird auf fast 14 Milliarden Euro beziffert. Derzeit liegt der allgemeine Beitrag zur gesetzlichen Krankenversicherung bei 14,6 Prozent, die zur Hälfte vom Arbeitnehmer-Bruttolohn abgeführt werden müssen.
Hinzu kommt der von der Kasse abhängige Zusatzbeitrag, den das Bundesgesundheitsministerium für dieses Jahr mit durchschnittlich 1,7 Prozent angesetzt hat.
Hinzu kommt der von der Kasse abhängige Zusatzbeitrag, den das Bundesgesundheitsministerium für dieses Jahr mit durchschnittlich 1,7 Prozent angesetzt hat.
Lauterbach wirbt für Reform
Gesundheitsminister Lauterbach warb in diesem Zusammenhang für die geplante Krankenhausreform der Ampel-Koalition: "Patienten sollen nur in den Kliniken behandelt werden, die sich damit auskennen, und auch nur dann, wenn es nötig ist", erklärte der SPD-Politiker. Die Reform verbessere die Qualität der Versorgung, insbesondere in der Krebsbehandlung. Beschlossen werden soll sie an diesem Donnerstag im Bundestag.
AOK-Vorstandschefin Reimann sprach von einer Beitragssatzanhebung in historischen Dimensionen. Es sei "ein sozialpolitischer Skandal, dass der Lückenschluss allein den Beitragszahlenden aufgehalst wird und gleichzeitig die Finanzierungsverantwortung des Bundes bei der Refinanzierung der Gesundheitskosten von Bürgergeld-Beziehern ignoriert wird".
"Belastbarkeit zunehmend an den Grenzen"
Wirtschafts- und Sozialverbände haben die prognostizierte Erhöhung der Krankenkassenbeiträge für 2025 kritisiert. Die Vorstandsvorsitzende des Spitzenverbands der gesetzlichen Krankenkassen, Pfeiffer, sagte, mit einer Erhöhung werde die finanzielle Belastbarkeit von Versicherten und Arbeitgebern zunehmend an ihre Grenzen gebracht. Auch der Verband des deutschen Maschinen- und Anlagenbaus sprach von einer Belastung für Betriebe und Beschäftigte. Wenn die Einnahmen nicht ausreichten, müssten sich die Ausgaben ändern, sagte Hauptgeschäftsführer Brodtmann. Die Vorstandsvorsitzende des Sozialverbands Deutschland, Engelmeier, schlug vor, gesamtgesellschaftliche Aufgaben aus Steuermitteln statt aus Beiträgen zu finanzieren. Der Bundesverband der Verbraucherzentralen mahnte ebenfalls strukturelle Änderungen bei der Finanzierung an.
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Diese Nachricht wurde am 16.10.2024 im Programm Deutschlandfunk gesendet.