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Soziologin Großer über die Zeitumstellung"Unsere innere Uhr kommt nur verzögert mit"

Schlafstörungen, Unwohlsein, Verdauungsbeschwerden: Besonders die Zeitumstellung im Frühjahr bereite vielen Menschen Probleme, sagte die Soziologin Elke Großer im Dlf. Sie plädiert dafür, in ganz Europa auf die "normale mitteleuropäische Zeit" umzustellen.

Elke Großer im Gespräch mit Fabian Elsäßer | 29.03.2020

Magdeburg, Sachsen-Anhalt: Die Skulptur "Zeitzähler" von Gloria Friedmann mit einer Uhr vor dem Gesicht.
Viele Menschen bekämen aufgrund der Zeitumstellung gesundheitliche Probleme, sagte die Soziologin Elke Großer im Dlf (dpa / Klaus-Dietmar Gabbert)
Seit drei Uhr gilt die Sommerzeit in Deutschland. "Sinn dieser Zeitumstellung war es eigentlich, Energie zu sparen", sagte die Soziologin und Zeitforscherin Elke Großer im Dlf. Aber für diesen Energiespareffekt gebe es keine Beweise. Es scheint eher das Gegenteil der Fall zu sein. "Viele Menschen sehen in dieser Zeitumstellung aber den Vorteil darin, dass sie in den Sommermonaten diese längeren schönen Abende genießen können." Daher würden viele laut Umfrage auch die ganzjährige Sommerzeit bevorzugen.
Mehr Verkehrsunfälle und gesundheitliche Probleme
Mit der äußeren Uhrumstellung komme unsere innere Uhr aber nur verzögert mit. "Es kann mehrere Tage dauern, bis innere und äußere Uhr wieder im gleichen Takt schwingen", sagte sie. Für viele Menschen komme es zu zahlreichen gesundheitlichen Beschwerden, wie Schlafschwierigkeiten, Konzentrationsproblemen, depressive Verstimmungen, aber auch Verdauungsproblemen. "In der Frühjahrsumstellung sind diese Beschwerden stärker ausgeprägt." Auch die Unfallgefahr im Straßenverkehr erhöhe sich durch die Zeitumstellung. Sie plädiere daher auf "die normale mitteleuropäische Zeit umzustellen".