Sorgearbeit
Soziologin warnt vor Nachteilen für Frauen bei Reformplänen

Die Soziologin Allmendinger sieht Frauen mit den Reformplänen der Bundesregierung zu Rente, Gesundheit, Pflege und Steuern benachteiligt. Sie sagte der "Zeit", die Erwerbsarbeit werde aufgewertet, die unbezahlte Sorgearbeit entwertet.

    Eine Frau sitzt mit ihrer Tochter am Küchentisch. Das Kind macht Hausaufgaben.
    Frauen übernehmen deutlich mehr unbezahlte Sorgearbeit als Männer (IMAGO / Funke Foto Services / SocratesxTassos )
    Als Beispiel nennt sie die Abschaffung der kostenlosen Mitversicherung in der gesetzlichen Krankenkasse. Die sei zwar im Grundsatz richtig, weil Frauen sonst in schlecht bezahlten Jobs blieben, um sich nicht selbst versichern zu müssen. Allmendinger betonte aber, wenn man die Mitversicherung isoliert abschaffe, könne das Frauen schaden. Der Staat müsse parallel Kitas und Ganztagsschulen ausbauen. Denn nur mit einer guten Kinderbetreuung könnten Frauen mehr arbeiten.
    Allmendinger plädierte bei den Minijobs für deren Abschaffung. Sie warnte aber, dass Frauen ohne zusätzliche Maßnahmen wie einen Ausbau der Kinderbetreuung dadurch sogar "in die Schwarzarbeit abrutschen" könnten. Die Rentenkommission hatte vorgeschlagen, dass Minijobs beitragsfrei nur noch für Schülerinnen und Schüler möglich sein sollen.
    Bei den Steuerplänen schlug Allmendinger die Abschaffung des Ehegattensplittings vor. Sonst würden Frauen ihre Arbeitszeit weiterhin stärker reduzieren als Männer.
    Diese Nachricht wurde am 05.07.2026 im Programm Deutschlandfunk gesendet.