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Kuss-Skandal
Spaniens Fußball-Verbandschef Rubiales reicht Rücktritt ein

Der suspendierte Präsident des spanischen Fußball-Verbands, Rubiales, hat seinen Rücktritt eingereicht. Das bestätigte der Verband in einer Mitteilung. Auch die Vize-Präsidentschaft der UEFA legt Rubiales demnach nieder - und zieht damit die Konsequenz aus dem sogenannten Kuss-Skandal bei der Frauen-Fußball-WM.

    Luis Rubiales trägt einen schwarzen Anzug, dunkle Krawatte und schaut zur Seite
    Luis Rubiales (imago images / ZUMA Wire / AFP)
    Der 46-Jährige hatte seinen Rücktritt zuvor in einer noch nicht komplett ausgestrahlten Folge der Talkshow "Piers Morgan Uncensored" bei Sky News angekündigt. In dem Interview erklärte Rubiales, er könne seine Arbeit nicht fortsetzen. Es gehe "nicht nur um ihn".

    Krise im spanischen Fußball

    Rubiales war wegen übergriffigen Verhaltens gegen Weltmeisterin Jennifer Hermoso bei der Siegerehrung der FIFA-Frauen-WM unter Druck geraten. Er hatte Hermosos Kopf mit beiden Händen gegriffen und ihr einen Kuss auf den Mund gegeben. Hermoso gab später an, dies sei gegen ihren Willen geschehen. Das Verhalten des Verbandschefs löste im In- und Ausland Empörung und eine Krise im spanischen Fußball aus. Hermoso und ihre Kolleginnen traten in den Streik und forderten die Absetzung von Rubiales, der jedoch keine Reue zeigte.

    Hermoso erstattete Anzeige

    Der Fußball-Weltverband Fifa suspendierte Rubiales für 90 Tage und leitete ein Disziplinarverfahren ein. Das spanische Sportgericht und die Staatsanwaltschaft beschäftigen sich ebenfalls mit dem Fall. Hermoso erstattete formell Strafanzeige gegen Rubiales.
    Diese Nachricht wurde am 11.09.2023 im Programm Deutschlandfunk gesendet.