Kuss-Skandal bei WM
Spanischer Ministerpräsident Sánchez: Frauen-Nationalmannschaft erteilt "Lektion in Sachen Gleichberechtigung"

Spaniens Ministerpräsident Sánchez hat den Streik der spanischen Fußball-Nationalspielerinnen als Reaktion auf die Kuss-Affäre des Verbandspräsidenten Rubiales nach dem WM-Finale gelobt. Die Spielerinnen hätten nun zweimal gewonnen, betonte Sánchez. Nach ihrem Erfolg auf dem Platz hätten sie der Welt eine Lektion in Sachen Gleichberechtigung erteilt.

02.09.2023
    Spaniens Ministerpräsident schüttelt dem Fußball-Verbandspräsidenten Rubiales die Hand, im Hintergrund stehen Spielerinnen.
    Spaniens Ministerpräsident Sánchez unterstützt die Frauen-Nationalmannschaft nach der Kuss-Affäre - nach dem WM-Finale hatte er die Nationalspielerinnen samt Verbandspräsident Rubiales empfangen. (IMAGO / ZUMA Wire / IMAGO / Oscar J. Barroso)
    Die spanische Nationalmannschaft der Frauen befindet sich im Streik und will kein Länderspiel mehr spielen, bis es Konsequenzen gegen Rubiales gibt. Der Präsident des spanischen Fußballverbands hatte die Spielerin Jennifer Hermoso bei der Siegerehrung der Fußball-WM in Australien und Neuseeland ungefragt auf den Mund geküsst. Sein Verhalten hatte international Empörung ausgelöst. Einen Rücktritt lehnt er ab.

    Sportgericht blockiert Suspendierung von Rubiales

    Indes blockierte das oberste spanische Sportgericht eine Suspendierung von Rubiales. Wie zahlreiche Medien übereinstimmend melden, entschieden die Richter gegen Rubiales ein Verfahren wegen "schweren" Fehlverhaltens zu eröffnen. Eine Suspendierung durch die Sportbehörde CSD wäre hingegen nur möglich gewesen, wenn das Gericht das Verfahren wegen eines "sehr schweren" Fehlverhaltens zugelassen hätte. Sportminister Iceta bedauerte die Entscheidung.
    Diese Nachricht wurde am 02.09.2023 im Programm Deutschlandfunk gesendet.