
Mit etwa 60.000 Migranten war die Zahl der Angekommenen deutlich höher als zunächst angenommen. 57 Menschen kamen beim Versuch ums Leben, in das Gebiet zu gelangen. Spaniens Regierungschef Sánchez verurteilte den Ansturm als "Angriff" auf das spanische Staatsgebiet. Bei einem Besuch in der Exklave machte er Menschenhändler für die Lage in Ceuta verantwortlich. Sánchez kündigte weitere Maßnahmen zur Sicherung der Grenze an. So sollen zwischen der Küste Marokkos und dem Strand von Ceuta Schwimmbojen installiert werden, um eine physische Sperre zu schaffen. Zudem will Sánchez Verfahren beschleunigen, um die Rückführung irregulär eingereister Migranten zu erleichtern.
Ceutas Regionalpräsident, Vivas, sprach von einem humanitären und sozialen Notstand.
Auslöser offenbar Gerichtsentscheidung
Der Großteil der Migranten schwamm von marokkanischem Gebiet aus. Auslöser war offenbar eine Entscheidung des spanischen Obersten Gerichts, dass über das Meer eintreffende Migranten nicht ohne ordnungsgemäßes Verfahren zurückgeschickt werden dürfen. Der Vorsitzende der Gewerkschaft der Guardia Civil erklärte, seit dem Urteil Anfang Juli habe es einen stetigen Zustrom gegeben, gestern sei es jedoch zu einem sprunghaften Anstieg gekommen.
Kritik an Spanien
EU-Kommissionspräsidentin von der Leyen betonte, man müsse den Überfahrten nach Ceuta sofort ein Ende setzen und Schleusernetzwerke zerschlagen. Der für Migration zuständige Kommissar Brunner bot Hilfe an und erklärte, man könne etwa die Europäische Grenzschutzagentur Frontex einsetzen, um die Lage unter Kontrolle zu bringen. Außerdem stehe man mit marokkanischen Behörden in Kontakt.
Auch in der Exklave Melilla hätten inzwischen etwa 400 Menschen die Grenze auf dem Landweg oder über einen Damm überwunden, teilte der Präsident der autonomen Stadt, Imbroda, mit. Die Sicherheitskräfte hätten die Situation wieder unter Kontrolle. Die Exklaven Ceuta und Melilla sind offiziell EU-Gebiet, gehören aber nicht zum Schengen-Raum.
Diese Nachricht wurde am 31.07.2026 im Programm Deutschlandfunk gesendet.







