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Sparen bis ans Eingemachte

40 Millionen Euro müssen in Niedersachsen allein im Wissenschaftsbereich gespart werden. Eigentlich nur ein kleines Häppchen im Vergleich zu den über 1,4 Milliarden Euro, die insgesamt gekürzte werden sollen, trotzdem geht die Angst um in den Hochschulen. Der neue CDU-Wissenschaftsminister Lutz Stratmann hat am Mittwoch Hochschulevertreter getroffen, um über die Einsparmöglichkeiten zu reden.

    Der Schaden für die Universitäten und Fachhochschulen soll möglichst gering bleiben, das ist das Ziel der Präsidenten der 27 Hochschulen in Niedersachsen. Als sicher gilt, dass es schmerzhafte Einschnitte geben wird und dass auch Studiengänge oder gar ganze Fachbereiche abgeschafft werden müssen. Nach der Sitzung kündigte Stratmann ein "intelligentes" Sparen an. Er wolle an den Schwerpunkte schaffen, um das noch vorhandene Geld besser verteilen zu können. Tabus werde es aber nicht geben, so der Minister: "Wir haben einen großen Vorzug: Wir verfügen über eine wissenschaftliche Kommission, die aus unabhängigen Experten besteht, und die beraten uns. Da gibt es einige Hinweise auf Studiengänge und Fachbereiche, die verbesserungswürdig sind. Aber haben sie Verständnis dafür, dass ich die nicht der Öffentlichkeit preisgebe, ohne vorher mit den Betroffenen darüber gesprochen zu haben." Die Schließung von ganzen Standorten schloss Stratmann aber aus. Alle Hochschulen erwartet nun aber eine scharfe Qualitätskontrolle.

    Der Widerstand an den niedersächsischen Hochschulen intensiviert sich derweil. Am Mittwochabend tagt die Landesasten-Konferenz in Hannover, um einen "heißen Protestsommer" zu organisieren. In Göttingen wird sich zur gleichen Zeit das Studierendenparlament treffen, um ebenfalls die weiteren Schritte zu beraten.