Grundsatzrede
SPD-Chef Klingbeil skizziert Reformen und plant Aus für Ehegattensplitting

Der SPD-Vorsitzende Klingbeil hat sich mit Blick auf mögliche Reformen kompromissbereit gezeigt. Alte Gewohnheiten müssten aufgegeben, Blockaden aufgelöst werden, sagte der Vizekanzler in einer Grundsatzrede zur Modernisierung Deutschlands bei der Bertelsmann-Stiftung. Er sprach sich unter anderem dafür aus, das sogenannte Ehegattensplitting abzuschaffen.

    Lars Klingbeil (SPD) sitzt auf einem Podium, im Hintergrund der Schriftzug „Wie modernisieren wir Deutschland?“
    Lars Klingbeil will Dinge gern "auf den Weg bringen". (picture alliance / dpa / Bernd von Jutrczenka)
    Er wolle einen Fehlanreiz beseitigen, der vor allem Frauen in der Teilzeitfalle halte, betonte der SPD-Politiker. Eine solche Reform könne zehntausende Vollzeitstellen schaffen. Man werde aber als Gesellschaft insgesamt mehr arbeiten müssen. Auch gebe es Anreize, früh aus dem Arbeitsmarkt auszuscheiden oder im Sozialsystem zu bleiben. Klingbeil griff damit Positionen von Bundeskanzler Merz auf, der sich wiederholt für eine höhere Arbeitsleistung ausgesprochen hatte. Der Finanzminister plädierte zudem für eine geringere Einkommenssteuer für Beschäftigte und eine Vermögensteuer.
    Der SPD-Vorsitzende äußerte sich vor Gesprächen der schwarz-roten Koalition über Reformen in den nächsten Wochen. Die Bundesregierung plant Veränderungen etwa bei der Rente und der gesetzlichen Krankenversicherung.
    Diese Nachricht wurde am 25.03.2026 im Programm Deutschlandfunk gesendet.