SPDDer Aufstieg der Katarina Barley

Die Juristin Katarina Barley aus Rheinland-Pfalz soll neue Generalsekretärin der SPD werden und die Partei in den Bundestagswahlkampf führen. Vorstand und Präsidium der Partei stimmten heute dafür, sie für den Posten vorzuschlagen. Doch wer ist Katarina Barley?

02.11.2015

Die designierte Generalsekretärin der SPD, Katarina Barley.
Die designierte Generalsekretärin der SPD, Katarina Barley. (picture alliance / dpa / Jörg Carstensen)
Die 46-Jährige sitzt seit zwei Jahren im Bundestag für den Wahlkreis Trier und wird dem linken Parteiflügel zugeordnet. Ihr Aufstieg in der SPD ist aus Sicht unseres Hauptstadt-Korrespondenten Gerhard Schröder bemerkenswert. Schon kurz nach ihrem Einstieg in den Bundestag besetze die promovierte Juristin als Justiziarin in der SPD-Bundestagsfraktion eine wichtige Schlüsselposition. Und dass, obwohl sie in der Bundespartei wenig bekannt sei. Nun folgt die Nominierung für das Amt der Generalsekretärin - eine der Spitzenpositionen der Partei.
Vor ihrer politischen Karriere hat Barley als Juristin gearbeitet, unter anderem in einer Kanzlei in Hamburg, als Richterin am Landgericht Trier und als Mitarbeiterin am Bundesverfassungsgericht.
SPD-Chef Sigmar Gabriel hatte die 46-Jährige für das Amt vorgeschlagen. Bei Barleys Vorstellung in Berlin sagte Gabriel, sie bringe "politischen Realismus" mit und kenne als ehemalige Kommunalpolitikerin "die Sorgen vor Ort". Fraktionschef Thomas Oppermann bezeichnete sie als "starke Frau". Sie sei ein Gewinn für die SPD.
Barley selbst beschrieb sich als sachlich und verlässlich: "Die Abteilung Attacke kann ich auch, aber wenn es sachlich geboten ist, nicht als Grundprinzip", so Barley.
Ihr Verhältnis zum Parteichef wird von entscheidender Bedeutung für den neuen Posten sein. Als Generalsekretärin wird sie auf der einen Seite Chefin der Parteizentrale im Willy-Brandt-Haus. Damit ist sie nach außen für Angriffe auf den politischen Gegner zuständig und setzt Themen in der politischen Debatte.
Barley vor Wahlkampf-Koordination
Auf der anderen Seite wird sie auch maßgeblich mitverantwortlich sein, den Bundestagswahlkampf 2017 zu organisieren. Zuletzt hatte SPD-Chef Gabriel betont, er stehe bei der Wahl als Kanzlerkandidat zur Verfügung. Über ihr Verhältnis zu Gabriel sagte Barley: "Ich glaube, dass wir sehr unterschiedlich sind, dass wir aber eine Art der Kommunikation haben, die klappt."
Barley soll auf dem Bundesparteitag der Sozialdemokraten im Dezember zur Nachfolgerin von Yasmin Fahimi gewählt werden. Fahimi hatte angekündigt, ihr Amt abzugeben. Sie will künftig als Staatssekretärin im Bundesarbeitsministerium tätig sein. Fahimi, die Gabriel vor zwei Jahren geholt hatte, war mit dem SPD-Chef oft aneinandergeraten.
(pr/cc)