Energiekrise
SPD-Politikerin Scheer will zügigeren Ausbau der erneuerbaren Energien

Die energiepolitische Sprecherin der SPD-Bundestagsfraktion, Scheer, hat angesichts der hohen Energiepreise einen schnelleren Ausbau der regenerativen Energien in Deutschland gefordert. Dafür solle in einer Reihe von Bereichen nachgebessert werden. Zugleich verteidigte sie die jetzt in Kraft getretenen, neuen Regeln für Mineralölkonzerne.

    Nina Scheer (SPD) spricht bei der 214. Plenarsitzung der 20. Legislaturperiode im Deutschen Bundestag.
    Die SPD-Abgeordnete Scheer (Archivbild vom März 2025). (picture alliance / Jörg Carstensen / Joerg Carstensen)
    Scheer sagte im Deutschlandfunk, man wisse, dass man einen enormen Nachholbedarf habe, was die Energiespeicher angehe, das Netz, den Netzausbau und die Anpassung der Netze. Hier könne die Politik viele Erleichterungen schaffen.
    Wenn dagegen über die verlängerte Nutzung von Kohlekraftwerken oder die Wiederbelebung der Atomenergie diskutiert würde, helfe das überhaupt nicht.

    Kritik an Wirtschaftsministerin Reiche

    Die SPD-Politikerin kritisierte in dem Zusammenhang Bundeswirtschaftsministerin Reiche. Es gebe aktuell Vorschläge der CDU-Politikerin, die man sehr kritisch sehe. Konkret nannte Scheer das geplante Netzanschlusspaket. Dieses würde für die Erneuerbaren Energien Restriktionen bringen, das sei aber der genau falsche Weg.
    Nach Berechnungen des Zentrums für Sonnenenergie- und Wasserstoff-Forschung Baden-Württemberg und des Bundesverbands der Energie- und Wasserwirtschaft wird inzwischen rund die Hälfte des Energieverbrauchs in Deutschland aus erneuerbaren Energien gedeckt. So habe der Strom vor allem aus Wind und Sonne im ersten Quartal rund 53 Prozent des nationalen Verbrauchs ausgemacht.

    Preise an Tankstellen dürfen nur noch einmal täglich steigen

    Scheer verteidigte im Deutschlandfunk auch die heute in Kraft getretenen Regeln für Mineralölkonzerne. Tankstellen dürfen jetzt nur noch einmal täglich um zwölf Uhr mittags die Kraftstoffpreise erhöhen. Die SPD-Politikerin sagte, es seien gleichzeitig weitere Maßnahmen in Kraft getreten.
    So können die Mineralölkonzerne jetzt stärker vom Kartellamt kontrolliert werden. Zudem habe man eine Umkehrung der Beweislast eingeführt. Die Mineralölkonzerne müssten jetzt nachweisen, dass Preiserhöhungen tatsächlich gerechtfertigt seien. Die Maßnahmen könnten daher durchaus preissenkend wirken, sagte Scheer.
    Diese Nachricht wurde am 01.04.2026 im Programm Deutschlandfunk gesendet.