Gesetzespläne
SPD will kürzere Unterhaltsvorschuss-Zeiten nicht mittragen

Die SPD will die von Familienministerin Prien geplanten Einschnitte beim staatlichen Unterhaltsvorschuss nicht mittragen.

    Eine Mutter sitzt mit ihrem Kind auf einer Wiese in einem Berliner Park
    Eine Mutter sitzt mit ihrem Kind auf einer Wiese in einem Berliner Park (Getty Images Europe)
    Der Kinderbeauftragte der SPD-Bundestagsfraktion, Reichardt, sagte dem Mitteldeutschen Rundfunk, die Kürzung würde Familien treffen, denen es finanziell besonders schlecht gehe. Dementsprechend werde man in der Regierungskoalition nacharbeiten müssen, wenn es einen Gesetzentwurf im Parlament gebe.
    Das Bundesfamilienministerium hatte angekündigt, den staatlichen Unterhaltsvorschuss für Kinder nur noch bis zum 16. Geburtstag zu gewähren. Ministerin Prien von der CDU erklärte zur Begründung, die Leistung habe sich zu einem der größten Kostenfaktoren für die Kommunen entwickelt.
    Der Vorschuss wird vom Staat ausgelegt, wenn Partner nach einer Trennung keinen Unterhalt zahlen. Seit einer Reform im Jahr 2017 kann er für alle minderjährigen Kinder und ohne zeitliche Begrenzung beantragt werden. Bund und Länder hatten an alleinerziehende Elternteile zuletzt jährlich rund 3,2 Milliarden Euro an Unterhaltsvorschuss ausgezahlt.
    Diese Nachricht wurde am 12.07.2026 im Programm Deutschlandfunk gesendet.