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StartseiteSport am Wochenende"DOSB wäre Whistleblowern dankbar"18.06.2016

Sperre für russische Athleten"DOSB wäre Whistleblowern dankbar"

DOSB-Präsident Alfons Hörmann begrüßt die IAAF-Entscheidung, an der Sperre der russischen Leichtathleten festzuhalten, als "richtigen und wichtigen Schritt". Folgen für das gesamte russische Olympiateam solle es aber nicht geben. "Wenn es nicht mehr als Hinweise gibt, bin ich vorsichtig. Uns liegen keine konkreten Erkenntnisse vor", sagte Hörmann im DLF.

Alfons Hörmann im Gespräch mit Marina Schweizer

(picture alliance / dpa / Arne Dedert)
DOSB-Präsident Alfons Hörmann (picture alliance / dpa / Arne Dedert)

Den Vorschlag, das gesamte russische Olympiateam von den Spielen in Rio auszuschließen, hatte als international erster ranghöherer Funktionär Clemens Prokop gemacht, Präsident des Deutschen Leichtathletik-Verbandes. So weit will Alfons Hörmann aber nicht gehen. "Diesen Vorschlag kann man nur dann machen, wenn man klare Nachweise erbringt, dass über die Leichtathletik hinaus ähnlich oder gleich agiert wurde. Mir fehlt bis zum heutigen Tag dazu ein konkreter Anhaltspunkt", sagte der Präsident des DOSB. Es gelte trotz vermehrter Hinweise auf Doping über die Leichtathletik hinaus - etwa im Schwimmen - die Unschuldsvermutung.

Whistleblower willkommen?

Mit offenen Armen würde der Verband hingegen geständige Sportler aufnehmen, die als Whistleblower Einblick in die Doping-Szene geben, betonte Hörmann. Den Eindruck, dass die Informanten noch immer nicht als Retter des Sports und dessen Glaubwürdigkeit gesehen werden, sondern eher als Problemmacher - auch, weil sie an den Stühlen von Funktionären sägen, wies er entschieden zurück: "Da wehre ich mich hartnäckig und aus Überzeugung. Ich sage jetzt einfach für den Deutschen Olympischen Sportbund: Wenn morgen ein vergleichbarer Fall bei uns käme, wären wir dankbar und froh, dass sich jemand öffnet und einen solchen Mist offenlegt." 

Die Whistleblower Vitali und Julia Stepanow, die den russischen Doping-Skandal ins Rollen gebracht haben, hatten sich erfolgreich an einen Journalisten gewandt - den deutschen ARD-Doping-Experten Hajo Seppelt.

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