Archiv


Spica

Mit dem bloßen Auge sehen wir die Sterne als Lichtpunkte – vielleicht ihre Farbe, wenn sie am Nachthimmel funkeln. Und doch ist jeder dieser kleinen Punkte anders als sein Nachbar – sie sind so individuell wie Schneeflocken oder Menschen.

Von Damond Benningfield |
    Ein besonders interessanter Stern ist Spica – der hellste Stern in der Jungfrau. Heute Abend funkelt er fast direkt unterhalb vom Mond – ist also leicht zu finden.

    Für das bloße Auge ist Spica ein blau-weißer Lichtpunkt. Elektronische Instrumente, die an große Teleskope angeschlossen sind, verraten uns jedoch, dass Spica ein Sternsystem aus fünf Sternen ist. Drei davon kann man selbst durch Riesenteleskope nicht sehen. Ihre Existenz kann man nur mit speziellen Instrumenten nachweisen.

    Die beiden hellsten Spicasterne sind ein ungewöhnliches Paar: einer hat etwa die siebenfache, der andere die elffache Sonnenmasse. Beide verbrennen ihren Energievorrat heißer und heller und haben eine wesentlich kürzere Lebenserwartung als unsere Sonne. Der Abstand zwischen ihnen beträgt nur etwa ein Zehntel des Abstandes Erde – Sonne. Bei der Nähe sorgt die Schwerkraft dafür, dass sich die Sterne jeweils in Richtung des anderen auswölben. Sie haben die Form von Eiern.

    Der massereichere Stern dreht sich schneller als der andere. Gegen Ende seines Lebens wird er sich aufblähen und seinen Begleiter komplett umhüllen. Das wird Auswirkungen auf beide Sterne haben – nur wissen Astronomen noch nicht, welche.