Hinweis: Das Gespräch mit Jan Rähm können Sie auch als Video sehen. Sie finden es hier.
Gerd Pasch: Im Studio begrüße ich jetzt Jan Rähm, Computerjournalist aus Berlin. Er hat einen etwa 30 Zentimeter großen Dinosaurier mitgebracht. Kann man den auch einschalten?
Jan Rähm: Ja.
Pasch: Das ist also kein echter, sondern es ist ein künstliches Exemplar, eine neue Gattung humanoider Roboter, menschenähnlicher Roboter also - er gibt auch schon Töne von sich. In Erinnerung ist bestimmt noch der künstliche Hund, Aibo genannt, ein treffliches Spielzeug für Tierallergiker zum Beispiel. Aibo wird inzwischen nicht mehr hergestellt, aber der kleine Dino hier im Studio hat auch einen Namen: Pleo heißt er. Jan Rähm, was kann denn Pleo, was ist das Besondere an ihm?
Rähm: Das Besondere an Pleo ist: Er ist nicht nur einfach ein Roboter wie der Aibo. Der Aibo hat damals eigentlich nur vorprogrammierte Verhaltensformen abgespielt. Das Besondere an Pleo ist: Pleo interagiert mit seinem Besitzer. Er kommt so, wie er hier aussieht, in einer Verpackung an, und beim ersten Einschalten befindet er sich eigentlich erst mal im Stadium eines Babys. Das heißt, er macht gar nichts. Er steht auf, aber er bewegt sich wirklich überhaupt nicht. Und dann möchte er erstmal gestreichelt werden. Circa eine Stunde, anderthalb Stunden, je nachdem, wie intensiv der Kontakt ist, dann fängt Pleo an, mit seinem Besitzer zu interagieren. Er schmiegt sich an, wenn ich ihn hier streichele, oben auf dem Kopf. Dann sieht man das, dann kommt er mit dem Kopf rüber, zeigt auch die typischen Genussgeräusche. Lass ich ihn wieder in Ruhe, fängt er an, guckt sich in der Gegend um. Er hat insgesamt 14 Motoren, also der gesamte Körper wird über Motoren gesteuert.
Pasch: Die hört man auch im Hintergrund.
Rähm: Das stört leider ein bisschen. Sie haben auch eine Besonderheit: Wenn man ihn berührt, merkt man sozusagen die Muskeln, die sich bewegen. Da sind sogenannte Force-Feedback-Motoren drin, die durch Vibrationen eine Rückmeldung auf Aktion zeigen. Er hat insgesamt 38 Sensoren, besonders feine Sensoren im Kopfbereich und unterm Kinn, sowohl im Schulterbereich und auf der Hüfte, und da merkt er, wenn er berührt wird. Darüber kann er spüren, wie er läuft, worauf er läuft. Und das Ganze läuft innen drin zusammen auf zwei Prozessoren, die alle äußeren Einflüsse verarbeiten. Hinzu kommen ... Komm mal her, Pleo! ... vorne drinnen ... Jaaa ... hat er eine Kamera, die möglicherweise später, das weiß man noch nicht, auch als Webcam nutzbar ist, und direkt unten drunter - das sieht aus wie Nasenlöcher - hat er einen Infrarotsender und einen Infrarotempfänger. Über die kann er auch mit Artgenossen interagieren. Links und rechts hat er zwei Mikrofone und kann räumlich Ton wahrnehmen.
Pasch: Wir haben jetzt viel über die Hardware gehört. Die Software ist kurz angesprochen. Zwei Prozessoren, das Ganze ist ja auch für Forschung und Entwicklung gedacht. Welche Funktion hat dieser humanoide Roboter denn in der Forschung?
Rähm: In der Forschung könnte er eingesetzt werden als Testobjekt für Verhaltensformen. Es gibt eine Programmiersprache, die heißt Pawn, und die basiert auf der Programmiersprache C - also jeder C-Programmierer kann theoretisch auch den Pleo programmieren -, und darüber kann Pleo mit Verhaltensweisen gesteuert werden, wie man sie dann auch möglicherweise in anderen Robotern braucht.
Pasch: Das ist also für die Open-Soure-Gemeinde genauso ein interessantes Objekt, also der Pinguin in Form eines Dinosauriers?
Rähm: Fast. Also das Betriebssystem, das auf dem Pleo läuft, das ist rein proprietär. Da weigert sich der Hersteller auch, was zu sagen. - Hier sehen wir gerade ein Problem: Wenn Pleo rückwärts läuft, erkennt er keine Abgründe ...
Pasch: ... und fällt gleich vom Tisch.
Rähm: Wenigstens die Softwareschnittstelle ist für die Allgemeinheit offen. Da gibt es im Internet im Moment ein PDF das erklärt, wie Pleo zu programmieren ist. Die Hardwareschnittstelle soll offengelegt werden, so hoffen wir zumindest, weil dann wird's wirklich interessant.
Gerd Pasch: Im Studio begrüße ich jetzt Jan Rähm, Computerjournalist aus Berlin. Er hat einen etwa 30 Zentimeter großen Dinosaurier mitgebracht. Kann man den auch einschalten?
Jan Rähm: Ja.
Pasch: Das ist also kein echter, sondern es ist ein künstliches Exemplar, eine neue Gattung humanoider Roboter, menschenähnlicher Roboter also - er gibt auch schon Töne von sich. In Erinnerung ist bestimmt noch der künstliche Hund, Aibo genannt, ein treffliches Spielzeug für Tierallergiker zum Beispiel. Aibo wird inzwischen nicht mehr hergestellt, aber der kleine Dino hier im Studio hat auch einen Namen: Pleo heißt er. Jan Rähm, was kann denn Pleo, was ist das Besondere an ihm?
Rähm: Das Besondere an Pleo ist: Er ist nicht nur einfach ein Roboter wie der Aibo. Der Aibo hat damals eigentlich nur vorprogrammierte Verhaltensformen abgespielt. Das Besondere an Pleo ist: Pleo interagiert mit seinem Besitzer. Er kommt so, wie er hier aussieht, in einer Verpackung an, und beim ersten Einschalten befindet er sich eigentlich erst mal im Stadium eines Babys. Das heißt, er macht gar nichts. Er steht auf, aber er bewegt sich wirklich überhaupt nicht. Und dann möchte er erstmal gestreichelt werden. Circa eine Stunde, anderthalb Stunden, je nachdem, wie intensiv der Kontakt ist, dann fängt Pleo an, mit seinem Besitzer zu interagieren. Er schmiegt sich an, wenn ich ihn hier streichele, oben auf dem Kopf. Dann sieht man das, dann kommt er mit dem Kopf rüber, zeigt auch die typischen Genussgeräusche. Lass ich ihn wieder in Ruhe, fängt er an, guckt sich in der Gegend um. Er hat insgesamt 14 Motoren, also der gesamte Körper wird über Motoren gesteuert.
Pasch: Die hört man auch im Hintergrund.
Rähm: Das stört leider ein bisschen. Sie haben auch eine Besonderheit: Wenn man ihn berührt, merkt man sozusagen die Muskeln, die sich bewegen. Da sind sogenannte Force-Feedback-Motoren drin, die durch Vibrationen eine Rückmeldung auf Aktion zeigen. Er hat insgesamt 38 Sensoren, besonders feine Sensoren im Kopfbereich und unterm Kinn, sowohl im Schulterbereich und auf der Hüfte, und da merkt er, wenn er berührt wird. Darüber kann er spüren, wie er läuft, worauf er läuft. Und das Ganze läuft innen drin zusammen auf zwei Prozessoren, die alle äußeren Einflüsse verarbeiten. Hinzu kommen ... Komm mal her, Pleo! ... vorne drinnen ... Jaaa ... hat er eine Kamera, die möglicherweise später, das weiß man noch nicht, auch als Webcam nutzbar ist, und direkt unten drunter - das sieht aus wie Nasenlöcher - hat er einen Infrarotsender und einen Infrarotempfänger. Über die kann er auch mit Artgenossen interagieren. Links und rechts hat er zwei Mikrofone und kann räumlich Ton wahrnehmen.
Pasch: Wir haben jetzt viel über die Hardware gehört. Die Software ist kurz angesprochen. Zwei Prozessoren, das Ganze ist ja auch für Forschung und Entwicklung gedacht. Welche Funktion hat dieser humanoide Roboter denn in der Forschung?
Rähm: In der Forschung könnte er eingesetzt werden als Testobjekt für Verhaltensformen. Es gibt eine Programmiersprache, die heißt Pawn, und die basiert auf der Programmiersprache C - also jeder C-Programmierer kann theoretisch auch den Pleo programmieren -, und darüber kann Pleo mit Verhaltensweisen gesteuert werden, wie man sie dann auch möglicherweise in anderen Robotern braucht.
Pasch: Das ist also für die Open-Soure-Gemeinde genauso ein interessantes Objekt, also der Pinguin in Form eines Dinosauriers?
Rähm: Fast. Also das Betriebssystem, das auf dem Pleo läuft, das ist rein proprietär. Da weigert sich der Hersteller auch, was zu sagen. - Hier sehen wir gerade ein Problem: Wenn Pleo rückwärts läuft, erkennt er keine Abgründe ...
Pasch: ... und fällt gleich vom Tisch.
Rähm: Wenigstens die Softwareschnittstelle ist für die Allgemeinheit offen. Da gibt es im Internet im Moment ein PDF das erklärt, wie Pleo zu programmieren ist. Die Hardwareschnittstelle soll offengelegt werden, so hoffen wir zumindest, weil dann wird's wirklich interessant.