Archiv

Spiritualität in den BergenDie Gottesbeziehung noch tiefer erfahren

Berggottesdienste und Gipfelpilgertouren boomen. Was ist oben anders als im Tal? Martin Stock, Tourismusseelsorger der evangelischen Kirche in Österreich, berichtete im Dlf über den weiten Blick, die Mühen der Ebene und den Weg der aufgehenden Sonne.

Martin Stock im Gespräch mit Christiane Florin | 13.08.2018

Die Wendelsteinkirche Patrona Bavariae auf 1.730 Metern Höhe.
Die höchstgelegene Kirche Deutschlands ist das Wahrzeichen des Wendelsteins (imago - imagebroker)
Berge machten besonders empfänglich für spirituelle Erfahrungen, sagt Martin Stock. "Der Berggipfel stellt eine Entgrenzung dar, der Blicke geht von den Niederungen des Alltags weg." Wer mit kirchlichen Traditionen verbunden sei, erfahre beim Berggottesdienst eine "besondere Dichte", glaubt der evangelische Pfarrer aus Tirol. Die Gottesbeziehung werde noch tiefer erfahren als in einem normalen Gottesdienst. Auch Menschen, die nicht gläubig seien, fühlten sich angesprochen. Besonders Trauungen vor Alpenpanorama sind beliebt.
Die Marke "Bergspiritualität"
Österreichische und deutsche Gemeinden beider Konfessionen entwickeln unter der Marke "Bergspiritualität" neue Angebote für Touristen auf Sinnsuche. Ein Manager, der einen Burn-Out überstand und den Jakobsweg ging, hat aus Dankbarkeit ein begehbares Kreuz gestiftet. Auch dieses Jakobskreuz wird für den Seelsorgetourismus erschlossen.