Dienstag, 21. Mai 2024

Nordische Kombination
Nathalie Armbruster über Leistungsdruck und heimisches Publikum

Vor heimischem Publikum hat sich Kombiniererin Nathalie Armbruster zu viel vorgenommen. Im Gespräch mit dem Deutschlandfunk analysierte die 18-jährige Wintersportlerin ihren Wettkampf. Auch Teamkollege Johannes Rydzek sprach über das Ergebnis in Oberstdorf.

Nathalie Armbruster und Johannes Rydzek im Gespräch mit Astrid Rawohl | 13.01.2024
GER, Nordische Kombination, Weltcup in Oberstdorf / 13.01.2024, Nordic Zentrum, Oberstdorf, GER, Nordische Kombination, Weltcup in Oberstdorf, im Bild Nathalie Armbruster GER, 24 Foto nordphoto GmbH / Hafner *** GER, Nordic Combined, World Cup in Oberstdorf 13 01 2024, Nordic Center, Oberstdorf, GER, Nordic Combined, World Cup in Oberstdorf, pictured Nathalie Armbruster GER, 24 Photo nordphoto GmbH Hafner nordphotoxGmbHx/xHafner nph00200
Sieht beim Skispringen vor heimischem Publikum besonderen Druck: Nathalie Armbruster (IMAGO / Nordphoto / IMAGO / nordphoto GmbH / Hafner)
"Es war eine Wahnsinns-Stimmung hier", schwärmte Nathalie Armbruster im Dlf nach dem Auftakt des Weltcup-Heimspiels in Oberstdorf. Noch vor einigen Wochen hatte die 18jährige auf positive Schlagzeilen gehofft: "Es wäre natürlich total schön, wenn dann da stehen würde: 'Nathalie Armbruster liefert vor heimischen Publikum.'" Doch vielleicht war der Druck doch etwas zu groß. Armbruster erreichte einen ordentlichen Rang fünf.
Den Grund für die ausbleibende Sensation sieht Armbruster nicht zuletzt im mentalen Druck: "Ich denke es macht schon etwas aus – gerade beim Springen – vor heimischem Publikum zu starten. Weil man da dann doch nochmal mehr zeigen möchte, was man kann."

Armbruster: "Skispringen ist viel Kopfsache"

Besonders auf der Schanze käme es auf den mentalen Aspekt an. "Im Skispringen ist einfach so viel Kopfsache", erklärte die 18-Jährige und schob nach: "Sobald man da ein bisschen zu viel denkt, zu viel sich selbst unter Druck setzt, weil man es unbedingt zeigen möchte, dann wird es manchmal eher nicht so gut."
Was für das Skispringen als Fluch wirken kann, gelte an der Laufstrecke als Segen: "Wir wurden wirklich getragen vom Publikum", freute sich Armbruster über die Unterstützung von draußen.

Junge Kombiniererin kann Fortschritt einschätzen

Trotz der anfänglichen Enttäuschung zeigte sich Armbruster zufrieden mit ihrem Ergebnis: "Ich hätte niemals gedacht, dass ich noch von Rang 14 auf Rang fünf laufe. Damit bin ich richtig happy."
Denn Armbruster weiß ihren Fortschritt einzuschätzen. "Wenn ich an letzte Saison zurückdenke, ist es verrückt. Ich bin gerade einmal 18 Jahre alt geworden." Mit Blick auf ihre Anfänge relativieren sich viele akute Sorgen schnell: "Letztes Jahr war mein Ziel, dass ich einmal unter die Top-Zehn laufe. Von dem her kann ich auch dieses Jahr mit meinen Ergebnissen total zufrieden sein."

Rydzek landet in Oberstdorf auf Platz 18

Bei den Männern bot sich ein ähnliches Bild: Johannes Rydzek hatte ebenfalls Probleme mit dem Springen auf der Schattenbergschanze, machte aber mit einer leidenschaftlichen Laufleistung noch ordentlich Boden gut und landete auf Platz 18.
Nordische Kombination - Interview mit Johannes Rydzek nach seinem 18. Platz in Oberstdorf
Im Dlf-Gespräch blickte er auf seine Leistung zurück: "Beim Springen habe ich leider nicht das umsetzen können, was ich mir vorgestellt habe. Aber das Gute ist, dass wir zwei Sportarten haben, dass man das noch ein bisschen kaschieren kann. Da ging es mit einem beherzten und wirklich sehr guten Lauf noch ein paar Plätze nach vorne. Das gibt einem trotzdem ein positives Ende von einem Tag, der vielleicht nicht ganz so optimal gestartet ist."