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StartseiteSport am Wochenende"Im Extremfall kann das lebensgefährlich sein“ 28.07.2018

Sport bei Hitze"Im Extremfall kann das lebensgefährlich sein“

Gerade im Hochsommer finden oft große Sportereignisse statt: Wimbledon, Tour de France oder Fußball-Turniere. Doch hohe Temperaturen können Sportlern sehr gefährlich werden. Wer es übertreibt, "der begeht Raubbau an seiner Gesundheit", sagte Sportmediziner Hans-Georg Predel im Dlf-Interview.

Hans-Georg Predel im Gespräch mit Marina Schweizer

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Die Einsamkeit des Langstreckenläufers: Der Ironman Hawaii besticht in puncto Anspruch und Schönheit. (imago )
Sport kann bei hohen Temperaturen lebensbedrohlich werden. (imago )
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Im Dlf-Interview äußerte sich Sportmediziner Prof. Dr. Hans-Georg Predel zum Thema 'Sporttreiben bei großer Hitze' unmissverständlich: "Im Extremfall kann das tatsächlich lebensgefährlich sein."

In Hamburg findet am Sonntag die Meisterschaft im Ironman statt. Dabei fällt das Schwimmen wegen einer Blaualgenbelastung der Alster aus; eine Folge der hohen Temperaturen. Dass der Wettbewerb trotz der hohen Temperaturen gestartet wird, findet Professor Predel gefährlich: "Als Mediziner muss ich sagen: Das ist wirklich nicht vernünftig. Da würde ich ganz klar abraten."

Sport besser im Schatten

Denn das gefährliche bei Sport in großer Hitze sei "die Komponente der direkten Sonneneinstrahlung. Die Konvektion der Sonnenstrahlen über die Haut in den Körper mit zusätzlichen Belastungen der Haut. Deswegen solle man Sport generell besser im Schatten ausüben", so Professor Predel.

Leistungssportler lernen, mehr zu schwitzen

Leistungssportler seien bei Hitze allerdings weniger gefährdet, denn "Hitzeresistenz oder Akklimatisation ist ein ganz wesentliches Trainingsziel im Zusammenhang mit Wettkämpfen. Man lernt die Schweißmenge wesentlich zu erhöhen und damit die Verdunstungskälte deutlich zu optimieren." Gleichzeitig würde der Schweiß elektrolytärmer, also der Verlust an Elektrolyten und Kochsalzen wäre geringer. Daher seien Breitensportler noch hitzeanfälliger, weil ihre Resistenz nicht so trainiert sei wie bei Leistungssportlern. Kollapse passierten daher öfter, verschwänden allerdings unter dem medialen Radar.

Auf den Körper hören

Insgesamt rät der Sportmediziner: "Ist es schwül, sollte man sich ab 28 - 29 °C schonen. Haben wir eine trockene Hitze, kann man sich sicherlich, wenn man der direkten Sonneneinstrahlung ausweicht, noch bei etwas höheren Temperaturen ganz moderat bewegen."

Sportmediziner Hans-Georg Predel von der Deutschen Sporthochschule Köln (Deutsche Sporthochschule Köln)Prof. Dr. Hans-Georg Predel (Deutsche Sporthochschule Köln)

Dabei sollten Sportler allerdings auf die Warnsignale des Körpers hören. Dazu zählten: Allgemeine Erschöpfung, Schwindel, Sehstörungen, Lustlosigkeit. Wer dann noch weitermacht, "der begeht Raubbau an seiner Gesundheit. Das kann dann zum Kollaps führen und das kann dann im schlimmsten Fall zu neurologischen Ausfällen führen, bis hin zur Bewusstlosigkeit."

Äußerungen unserer Gesprächspartner geben deren eigene Auffassungen wieder. Der Deutschlandfunk macht sich Äußerungen seiner Gesprächspartner in Interviews und Diskussionen nicht zu eigen.

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