Dienstag, 24. Mai 2022

Sportausschuss
Herausforderungen der Peking-Spiele dominieren die Sitzung

Eigentlich wollte sich der Sportausschuss des Bundestages auch mit den Auswirkungen der Corona-Pandemie auf den Sport in Deutschland beschäftigen. Doch das Thema rückte an den Rand. Im Mittelpunkt standen die bevorstehenden Olympischen Winterspiele in Peking.

Von Wolf-Sören Treusch | 26.01.2022

Weikert spricht ernst in ein Mikrofon und gestikuliert.
DOSB-Präsident Thomas Weikert will das Recht auf freie Meinungsäußerung der Athleten in China unterstützen. (picture alliance / Jonas Güttler/dpa)
Die Vorfreude auf Peking sei groß unter den Sportlerinnen und Sportlern, so die Präsidentin von ‚Athleten Deutschland‘ Karla Borger. Aber auch die Anspannung: Viele sorgten sich, die Vielfalt der Themen, die neben dem sportlichen Wettkampf eine Rolle spielen, könnten sie überfordern.
„Wir kennen das ja selber, dass vor jeden Spielen Themen auf den Tisch kommen, aber diesmal übersteigt es wirklich unsere Vorstellungskraft.“
Menschenrechtsverletzungen, Datensicherheit, strikte Null-Covid-Strategie: Die Sportlerinnen und Sportler seien von Beginn an gefordert.  
„Es wird ein Riesenwettkampf, erstmal gesund in diese Bubble zu kommen, in die Blase. Sie haben sich zurückgezogen, auch sozial, teilweise schon vor Weihnachten eben kaum mehr mit Leuten getroffen, dass sie ganz sicher sein können oder versuchen, so sicher wie möglich in diese Blase reinzukommen. Es sind schon sehr krasse Spiele dieses Jahr, die sehr viel abverlangen von unseren Sportler*innen.“

Recht auf freie Meinungsäußerung sei gesichert

Das Thema ‚Olympia in Peking‘ dominierte die heutige Sportausschuss-Sitzung. Auch DOSB-Präsident Thomas Weikert kam zu Wort. Er betonte, das IOC habe ihm zugesichert, jeder Athlet, jede Athletin hätten das Recht auf freie Meinungsäußerung. Auch in China.
„Bisher war die Auskunft, dass sich die Athleten und Athletinnen eben äußern dürfen, solange sie die Olympische Charta einhalten, also nicht auf dem Podium, aber sonst eben bei Pressekonferenzen oder sonst wo im Olympischen Dorf, und das soll auch weiter möglich sein. Und da stellen wir uns auch vor die Athleten, dass die das können und schützen die, soweit das möglich ist.“

Begeisterung für Olympia-Austragung in Deutschland fehlt

Friedhelm Julius Beucher, Präsident des Deutschen Behindertensportverbandes, fügte hinzu: Die Athletinnen und Athleten könnten nichts dafür, dass die Spiele in diesem Jahr in Peking stattfinden. Das hätten andere zu verantworten.
„Ich halte es für völlig unstrittig, dass in Länder wie China weder Olympische noch Paralympische Spiele vergeben werden können, genauso wenig wie nach Katar eine Fußballweltmeisterschaft vergeben wird, nur: Es reicht nicht allein, wie wir im Bergischen sagen, die Backen zu blasen, sondern wir müssen auch analysieren, wie das kommt.“
Dem organisierten Sport in Deutschland sei es eben nicht gelungen, die Menschen im eigenen Land für Olympia zu begeistern. München hätte eine Alternative zu Peking sein können, so der Präsident des Deutschen Behindertensportverbandes. Bei einem Bürgerentscheid hatten die Menschen in Oberbayern vor Jahren gegen München als Austragungsort gestimmt.