CAS-Urteil
Sportsgerichtshof stärkt Mutterschutz im Profifußball

Der Internationale Sportgerichtshof CAS hat den Mutterschutz im Profifußball gestärkt. Das Gericht entschied, dass der italienische Klub Lazio Rom seiner ehemaligen Verteidigerin Maja Göthberg Schadenersatz zahlen muss, wie die Spielergewerkschaft FIFPRO meldet. Der Verein sei unrechtmäßig vom Vertrag zurückgetreten, als die Schwedin ihre Schwangerschaft mitgeteilt hatte.

    Maja Göthberg im Trikot von Lazio Rom im Oktober 2023
    Maja Göthberg im Trikot von Lazio Rom im Oktober 2023 (picture alliance / IPA / Domenico Cippitelli / IPA Sport / )
    FIFPRO sprach von einem bahnbrechenden Urteil, das auch Gehaltsnachzahlungen beinhalte. Der Richterspruch könne die zukünftige Anwendung des Mutterschutzes im Profifußball prägen.
    Göthberg hatte sich mit Lazio Rom im Sommer 2024 mündlich über eine Verlängerung ihres Vertrags geeinigt. Dann erfuhr die Verteidigerin von ihrer Schwangerschaft und informierte den Verein. Der Vertrag kam nicht zustande. Göthberg sah ihre Schwangerschaft als Grund dafür und klagte. Der CAS entschied, dass auch ohne unterschriebenen Vertrag bereits ein Arbeitsverhältnis bestand. Der ausschlaggebende Grund für die rechtswidrige Beendigung des Arbeitsverhältnisses sei die Schwangerschaft Göthbergs gewesen. Lazio muss ihr nun insgesamt 69.333 Euro zahlen.
    Göthberg selbst sagte laut Mitteilung, das Urteil sende die Botschaft aus, dass eine Schwangerschaft niemals als Problem oder als Grund dafür angesehen werden sollte, einer Spielerin Einsatzmöglichkeiten zu verweigern. 
    Diese Nachricht wurde am 24.06.2026 im Programm Deutschlandfunk gesendet.