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StartseiteSport am Wochenende"Ich plädiere für Sport-Hausaufgaben"19.04.2020

Sportwissenschaftler zu Bewegung in Zeiten von Corona"Ich plädiere für Sport-Hausaufgaben"

Kein Sportunterricht, kein Vereinssport: Damit aus den Corona-Schutzmaßnahmen kein ungesunder Bewegungsmangel resultiert, gilt es laut Alexander Woll, gegenzusteuern. Besonders für Kinder und Jugendliche sei es wichtig, sich ausreichend zu bewegen, sagte der Sportwissenschaftler im Dlf.

Alexander Woll im Gespräch mit Maximilian Rieger

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Ein vierjähriges Mädchen beim Balancieren auf einem Holzpfosten am Strand der dänischen Insel Römö. (picture alliance/dpa-Zentralbild/Patrick Pleul)
Raus gehen und sich bewegen, das ist auch während der Coronakrise möglich und wichtig - vor allem für Kinder. (picture alliance/dpa-Zentralbild/Patrick Pleul)
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Schon vor der Coronakrise haben sich mehr als die Hälfte der Kinder und Jugendlichen nicht genug bewegt. Das geht aus der sogenannten Motorik-Modul-Studie hervor, die unter der Leitung von Alexander Woll im vergangenen Jahr veröffentlicht wurde. Noch sei nicht abzusehen, wie sich die Corona-Schutzmaßnahmen auf diesen Befund auswirken, sagte Woll im Dlf. Aber: "Was wegfällt, ist natürlich die organisierte Bewegungszeit." Also Zeit im Sportunterricht oder Sportverein.

Um das auszugleichen plädiert der Leiter des Instituts für Sport und Sportwissenschaft am Karlsruher Institut für Technologie für "Sport-Hausaufgaben", für die man "auch digitale Möglichkeiten nutzen" könnte. Auch zuhause könnten Kinder und Jugendliche "alle Bereiche der körperlichen Aktivität" trainieren - vom Ausdauer- bis zum Krafttraining.

Soziale Unterschiede nicht außer Acht lassen

"Der menschliche Körper adaptiert sehr schnell", erklärte Sportwissenschaftler Woll: Schon nach drei Wochen totaler Inaktivität gehe die Hälfte der Muskelmasse verloren. 

Ebenfalls zu beachten sei ein weiteres Ergebnis der sogenannten Motorik-Modul-Studie: Das Bewegungsverhalten von Kindern und Jugendlichen unterscheidet sich, je nachdem in welchem sozialen Umfeld sie lebten. "Es steht zu befürchten", so Woll, "dass die sozialen Unterschiede im Aktivitätsverhalten durch diese Krise eher verschärft werden."

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