Flughafen Leipzig/Halle
Sprengstoffdrohne: Bundesanwaltschaft übernimmt Ermittlungen - "Schwerwiegender Angriff auf Logistikinfrastruktur"

Nach dem Fund einer Sprengstoff-Drohne am Leipziger Flughafen hat die Bundesanwaltschaft die Ermittlungen wegen der besonderen Bedeutung des Falls übernommen. Es bestehe der Verdacht des versuchten Herbeiführens einer Sprengstoffexplosion und des gefährlichen Eingriffs in den Luftverkehr, teilte die Karlsruher Behörde mit.

    Ein Kriminaltechniker geht auf dem Flughafen Leipzig/Halle neben einem Sprengroboter, um die Drohne zu entschärfen.
    Ein Kriminaltechniker geht auf dem Flughafen Leipzig/Halle neben einem Sprengroboter, um die Drohne zu entschärfen. (picture alliance/dpa / Hendrik Schmidt)
    Es handele sich um einen schwerwiegenden Angriff auf die Transport- und Logistikinfrastruktur in Deutschland. An der Drohne sei professioneller Sprengstoff und ein Zünder angebracht worden. Ein Mitarbeiter des Flughafens hatte die Drohne in der Nacht zum Mittwoch bemerkt. Sie wurde entschärft. Berichte, laut denen das ukrainische Flugzeug, in dessen Nähe die Sprengstoff-Drohne entdeckt wurde, mit Munition beladen gewesen sei, wurden heute dementiert.
    Bei einem weiteren Vorfall in der Nähe stieß eine Frachtmaschine mit einem unbekannten Flugobjekt zusammen und wurde leicht beschädigt. Der Flughafen Leipzig/Halle ist ein Fracht-Drehkreuz auch für militärische Hilfslieferungen für die Ukraine in ihrem Verteidigungskampf gegen Russland.

    Grünen-Fraktionschefin: Dobrindt muss Russland-Verdacht klar benennen

    Grünen-Fraktionschefin Dröge erhob in der Zeitung "Die Welt" Vorwürfe gegen Russland und kritisierte Bundesinnenminister Dobrindt dafür, dass er diesen Verdacht nicht klar benannt hat. Dröge forderte Bundeskanzler Merz auf, den Nationalen Sicherheitsrat einzuberufen. Auf eine solche Aggression müsse mit Entschlossenheit reagiert werden, nicht mit schwammigen Worten. Der Minister hatte gestern zwar "fremde Mächte" als Drahtzieher nicht ausgeschlossen, aber vor Spekulationen hinsichtlich der Täterschaft gewarnt. Dobrindt sprach von einem "hybriden Anschlagsszenario".
    Die CDU-Verteidigungspolitiker Kiesewetter und Ernst plädierten dafür, dass Deutschland Artikel-4-Konsultationen in der NATO anstrengt. Dies kann jedes Mitgliedsland tun, wenn es seine territoriale Unversehrtheit bedroht sieht.
    Der Vorfall hat eine Diskussion darüber ausgelöst, inwiefern Deutschland sich vor Angriffen mit Drohnen schützen kann. Der Sicherheitsexperte Nico Lange sagte im Deutschlandfunk, es sei lediglich Glück gewesen, dass es nicht zu einer Katastrophe gekommen sei. Hierzulande sei man überhaupt nicht auf dem Stand der Dinge und viel zu langsam. Mehr dazu hier.
    Diese Nachricht wurde am 06.08.2026 im Programm Deutschlandfunk gesendet.