In der Nähe von Kohlekraftwerk
Sprengvorrichtungen an Umspannwerk in Brandenburg gefunden - Sabotage sollte Blackout auslösen

Auf ein Umspannwerk nahe dem ⁠brandenburgischen Kohlekraftwerk Jänschwalde ist ein Anschlag verübt worden. Ziel der Täter war es nach Angaben der Landesregierung, einen großflächigen Stromausfall auszulösen.

    Wasserdampfschwaden steigen aus den Kühltürmen des Braunkohlekraftwerks der Vattenfall AG in Jänschwalde (Brandenburg).
    Das Braunkohlekraftwerk in Jänschwalde (Archivbild) ( Patrick Pleul / dpa)
    Brandenburgs Innenminister Redmann sagte, Unbekannte hätten leitfähiges Material in das Umspannwerk geschossen, um Kurzschlüsse auszulösen. Ein Stromausfall sei aber verhindert worden, auch weil es Ersatzleitungen gegeben habe. Über Täter und Motive ⁠gibt es bisher keine Erkenntnisse. Das Landeskriminalamt hat die Ermittlungen übernommen.
    Die Polizei hatte an dem Umspannwerk in der Nähe mehrere Spreng- und Brandvorrichtungen gefunden. Es seien nicht alle Vorrichtungen detoniert. Gleichwohl wurden mehrere Leitungen beschädigt.

    Betreiber meldet technischen Ausfall

    Über das Umspannwerk in Turnow-Preilack im Landkreis Spree-Neiße wird der im Kraftwerk Jänschwalde erzeugte Strom in das Netz eingespeist. Nach Angaben des Kraftwerksbetreibers Leag gab es - mutmaßlich als Folge des Anschlagsversuchs - einen technischen Ausfall in Block B. Dieser solle am Abend wieder in Betrieb genommen werden. 

    Ministerpräsident Woidke verurteilt Angriff

    Brandenburgs Ministerpräsident Woidke (SPD) sagte in Potsdam, wer versuche, kritische Infrastruktur zu sabotieren und das gesellschaftliche Leben zu lähmen, greife die ganze Bevölkerung an. Die besorgniserregend hohe Frequenz derartiger Vorfälle zeige, dass Infrastrukturen entschlossen geschützt werden müssten, so Woidke.
    Die Hintergründe des jüngsten Vorfalls sind unklar. Das Kohlekraftwerk in Brandenburg war bereits mehrfach Ziel von Protestaktionen. Im September 2022 drangen 20 Klimaaktivisten auf das Betriebsgelände ein und besetzten Schienen, Gleisanlagen und Förderbänder.
    Diese Nachricht wurde am 01.09.2026 im Programm Deutschlandfunk gesendet.