Neuer Wehrdienst
Standorte für Musterungszentren stehen fest - Viele antworten nicht auf Bundeswehrfragebogen

Gut vier Monate nach Inkrafttreten der Wehrdienstreform stehen die Standorte für die 24 Musterungszentren fest.

    "Militärischer Sicherheitsbereich - Unbefugtes Betreten verboten! Vorsicht Schußwaffengebrauch! Der Kasernenkommandant" steht auf einem Hinweisschild an einer Bundeswehrkaserne im Norden von Leipzig.
    Die Musterungszentren werden vor allem in Regionen mit hoher Bevölkerungsdichte sein. (picture alliance / ZB / Volkmar Heinz)
    Nach Angaben des Verteidigungsministeriums bereitet sich die Bundeswehr damit auf eine mögliche flächendeckende Musterung vor. Für die Standort-Entscheidungen wurden laut Ministerium aktuelle Daten der statistischen Bevölkerungsverteilung ausgewertet. Ziel war es demnach, gezielt Regionen mit hoher Bevölkerungsdichte und einem potenziell großen Bewerberaufkommen auszuwählen.
    An 16 bereits bestehenden Standorten der Bundeswehr werden künftig moderne Musterungszentren eingerichtet, jeweils außerhalb der dortigen Bundeswehr-Liegenschaften. Dies betrifft die Städte Bonn, Dresden, Hamburg, Kassel, Kiel, Koblenz, Leipzig, Magdeburg, Neubrandenburg, Nürnberg, Oldenburg, Potsdam, Saarlouis, Schwerin, Ulm und Wiesbaden.
    Darüber hinaus werden acht Musterungszentren in Bielefeld, Braunschweig, Dortmund, Jena, Kempten, Offenburg, Regensburg und Würzburg entstehen. Damit werden diese Städte künftig neue Standorte der Bundeswehr sein.

    Nicht alle Fragebögen werden beantwortet

    Außerdem gibt es inzwischen Zahlen zu den Fragebögen der Bundeswehr an junge Männer. Laut Redaktionsnetzwerk Deutschland haben knapp drei Viertel der 18-Jährigen darauf reagiert. 28 Prozent hätten das Schreiben ignoriert, obwohl die Beantwortung verpflichtend ist. Ihnen drohen laut einem Bericht des "Spiegel" jetzt Bußgelder von 250 Euro.
    Das Anschreiben enthält Fragen zur Eignung und Bereitschaft, in der Bundeswehr zu dienen. Frauen sind anders als Männer nicht zur Auskunft verpflichtet. Rund die Hälfte derer, die geantwortet hätten, habe Interesse signalisiert, den mindestens sechsmonatigen freiwilligen Wehrdienst zu leisten, heißt es weiter. Ob sie es am Ende auch machten, sei unklar. Ausschlaggebend werde in vielen Fällen sein, den Interessenten einen möglichst heimatnahen Wehrdienst anzubieten. Längere Entfernungen verringerten die Chancen.
    Diese Nachricht wurde am 07.05.2026 im Programm Deutschlandfunk gesendet.