Ehemaliger Bundesfinanzminister
Steinbrück drängt die Regierung zu Reformen - SPD muss mehr sein als ein "Krankenwagen der Gesellschaft"

Der frühere Bundesfinanzminister Steinbrück sieht in Deutschland erhebliche Defizite, aber weiter auch Grund zur Zuversicht. Im Deutschlandfunk appellierte er an seine Partei, die SPD, sich wieder um verschiedene Teile der Gesellschaft zu kümmern.

    Peer Steinbrück sitzt während eines Interviews an einem Tisch.
    Der ehemalige Bundesfinanzminister Peer Steinbrück sieht erheblichen Refomstau in Deutschland, aber auch Gründe für Zuversicht. (picture alliance / Thomas Koehler / photothek.de / Thomas Koehler)
    Viele Hausaufgaben seien in den vergangenen zwei Jahrzehnten nicht erledigt worden, sagte Steinbrück in der Sendung "Zeitzeugen im Gespräch". Unser Land liege digital zurück, habe eine modernisierungsbedürftige Infrastruktur, einen ineffizienten Staatsapparat und investiere zu wenig in Bildung. Die Wirtschaft müsse produktiver werden und die Sozialsysteme müssten der Demografie Rechnung tragen.
    Bei all dem dürfe Deutschland sich aber nicht dem Defätismus hingeben, warnte Steinbrück. Das Land sei noch sehr stark und habe schon mehrfach bewiesen, dass es große Herausforderungen wie die deutsche Einheit bewältigen könne. Voraussetzung sei aber, dass die Politik die Lage klar benenne und Perspektiven aufzeige. Zumutungen müssten so organisiert werden, dass sie weitgehend als fair akzeptiert würden.
    An seine Partei, die SPD, appellierte Steinbrück, sich wieder um verschiedene Teile der Gesellschaft zu kümmern, also auch um die Belange unternehmerischer und innovativer Kräfte. Es reiche nicht aus, eine Art Krankenwagen der Gesellschaft zu sein.
    Das Gespräch mit Peer Steinbrück hören Sie am 25.6.2026 ab 19:15 Uhr in der Deutschlandfunksendung "Zeitzeugen im Gespräch".
    Diese Nachricht wurde am 24.06.2026 im Programm Deutschlandfunk gesendet.